Mitarbeiter des Staatlichen Schulamtes demonstrierten für Standort

Protest vor dem Schulamt: Mitarbeiter der Behörde in Fritzlar demonstrierten für die Erhaltung ihrer Arbeitsstelle. Foto: Mangold

Schwalm-Eder. In Karnevalsstimmung waren die Mitarbeiter des Schulamtes nicht, die am Rosenmontag für den Erhalt des Standortes Fritzlar demonstrierten. Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze.

Es gibt eine Diskussion Pläne, aus Spargründen die nordhessischen Schulämter an einem zentralen Standort in Kassel zusammenzulegen und Stellen abzubauen (wir berichteten).

Doch ein Umzug des Amtes würde zum Teil tägliche Fahrwege bis zu 160 Kilometern bedeuten, sagte Jutta Hellwig, Vorsitzende des Gesamtpersonalrates. Besonders die Mitarbeiter niedriger Gehaltsgruppen sowie Teilzeitbeschäftigte wären betroffen, weil sich für sie die langen Wege zum Arbeitsplatz nicht mehr lohnen, würden, erklärte Hellwig.

Schon bei der Zusammenlegung der Schulämter im Jahr 1997 seien von ursprünglich 30 Mitarbeitern aus Korbach nur noch drei übrig geblieben. „Die Mitarbeiter haben richtige Existenzängste“, erzählte sie.

„Das Gebiet des Schulamtes Fritzlar ist jetzt schon so groß wie das Saarland“, ergänzte Holger Stieghorst vom Personalrat. Von dort aus werden sie Landkreise Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg betreut.

Der persönliche Kontakt, den die Mitarbeiter bisher zu den Schulen hätten, würde durch eine Zusammenlegung der Schulämter verloren gehen. Bisher habe jede Schule einen eigenen Sachbearbeiter. „Man kennt seine Schulen und identifiziert sich mit ihnen“, sagte Stieghorst. Stellenzuweisungen oder Lehrerwechsel wegen Krankheit, Mutterschutz und Ruhestand könnten so schnell und einfach geregelt werden. In Kassel, so die Befürchtung von Personalrätin Sigrid Müller, würde alles viel unpersönlich. Sie frage sich, wie die Arbeit bei gleichzeitigem Stellenabbau bewältigt werden solle.

Bei einer möglichen Zusammenlegung der Schulämter von Kassel, Fritzlar und Bebra würden 10 000 Lehrer an 370 Schulen von nur einem Schulamt betreut, schätzte Hellwig. „Das Problem ist die große Fläche“, sagte sie. Die Entfernungen beispielsweise für den schulpsychologischen Dienst seien in Krisensituationen zu groß. Sie Schulpsychologen könnten nicht schnell genug bei einem Notfall am Ort des Geschehens sein.

Auch der Service für die Schulen würde eingeschränkt, und auf die Schulleiter käme mehr Verwaltungsarbeit zu, befürchten die Schulamtsmitarbeiter. Das bedeute weniger Zeit für die Bildung. Die Forderung der Mitarbeiter der Behörde ist eindeutig: „Das Schulamt muss vor Ort in Fritzlar sein.“

Quelle: HNA

Kommentare