Zum ersten Mal fand in Kulturhalle Ziegenhain Messe rund ums Alter statt

Stadtgespräch: Doris Schäfer, Sonja Weidel, Christina Nolte, Trudi Michelsen, Dr. Gerald Näser und Angie King. Fotos: Decker  

Ziegenhain. Am Sonntag fand in der Kulturhalle Ziegenhain die Messe „Im Alter zu Hause - Haushalt, Betreuung, Pflege gut organisiert!?“ statt.

Dem DRK Kreisverband Schwalm-Eder und der Stadt Schwalmstadt als Organisatoren war es gelungen, sowohl professionelle Anbieter von Leistungen für Ältere als auch Vereine und Initiativen, die sich für ein besseres Leben im Alter einsetzen, in einem Markt der Möglichkeiten zusammen zu bringen.

Die Besucher konnten sich einerseits über ganz praktische Hilfsmittel wie Toilettenerhöhungen, Rollstühle und Lesegeräte beraten lassen. Verschiedene Seniorenheime, Pflegedienste und Essen auf Rädern stellten ihre Angebote vor. Eine Podologin und eine Ergotherapeutin gaben Einblick in ihre Arbeit. Anderseits gab es die Möglichkeit, beim Verein „Gemeinsam ins Alter“ oder beim „Stadtgespräch“ über Wünsche und Visionen von einem Leben im Alter nachzudenken. Birgit Schwalm, Fachkraft für Gerontopsychiatrie, lud zu persönlichen Gesprächen ein. „Die meisten Fragen drehen sich um das Thema Demenz“, berichtete Birgit Schwalm.

Vereinsamung vorbeugen

„Manche sagen, meine Frau kann ja nichts mehr. Ich rate, sie trotzdem mit in die Küche zum Essen kochen zu nehmen. Denn sie kann schauen und riechen und ist in Gesellschaft.“ Wichtig sei, Freunde und Nachbarn über die Krankheit zu informieren, um einer Vereinzelung entgegen zu wirken, so Schwalm. Vorträge über Patientenverfügung, Pflegeversicherung und Haushaltshilfe und Stände der Bestatter rundeten das Informationsangebot ab.

Zwischendurch zeigten Senioren mit einigen Tänzen, wie gut es tut, sich auch im Alter noch regelmäßig zu bewegen. Auch die Alzheimer-Gesellschaft warb für Aktivierung und Bewegung gegen das Vergessen. Der Landfrauenverein Ziegenhain versorgte die Besucher mit Kaffee und Kuchen.

Im abschließenden Podiumsgespräch ging es um die Frage, was Engagierte sich wünschen und was getan werden müsse. Doris Schäfer vom Verein „Gemeinsam ins Alter“ wandte sich direkt an Bürgermeister Dr. Gerald Näser und forderte mehr Unterstützung der Kommune für gemeinsames Wohnen im Alter ein. Ihre Initiative sei bisher die einzige, die es bundesweit im ländlichen Raum gebe. Der Bürgermeister verwies auf die gute Zusammenarbeit mit den Vereinen. Angie King, Leiterin des Seniorenzentrum Schwalmwiesen, hob den bestehenden Runden Tisch für Senioren als bereits existierende positive Netzwerkstruktur hervor. Sonja Weidel vom Pflegestützpunkt regte an, regelmäßige Austauschmöglichkeiten wie diese erstmalig veranstaltete Messe zu organisieren. Auf die wichtige Zusammenarbeit von Wirtschaft und Vereinen wies Christina Nolte, Seniorenbeauftragte Felsberg, hin.

Bei der Frage, was die Podiumsteilnehmer sich für ihr Alter wünschten, nannten sie den altengerechten Ausbau des eigenen Hauses, den Weg ins Seniorenzentrum oder in die Hausgemeinschaft. Näser erklärte, dass er dem Idealbild, zu Hause bleiben zu können, anhinge.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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