Menschen vor Gericht: Reuiger 30-Jähriger gab Geld zurück

Mitläufer wurde Täter

Treysa. Eine Verwarnung mit Strafvorbehalt erhielt ein 30-Jähriger aus dem Altkreis Ziegenhain. Der Mann war im August beim Einbruch in eine Gaststätte in Treysa dabei gewesen.

Deshalb stand er jetzt wegen mittäterschaftlichen Diebstahls im besonders schweren Fall vor dem Amtsgericht. Die Geldstrafe, 90 Tagessätze zu jeweils zehn Euro, wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Geld und Alkohol

Und so war die Tat abgelaufen: Gemeinsam mit drei weiteren Tätern drang der 30-Jährige in das Lokal ein. Dort entwendete man gemeinsam 180 Euro Bargeld aus der Kasse und ließ außerdem diverse Alkoholika und einige Flaschen Cola mitgehen. Der Einstieg in die Gaststätte gelang, weil die vier Männer ein gekipptes Fenster vorfanden. Beschädigt wurde durch den Einbruch dann nichts, so dass der vorsorglich mitgeführte Akkuschrauber nicht zum Einsatz kam.

Von der Beute erhielt der Angeklagte, der in einer betreuten Wohngruppe untergebracht ist, 15 Euro. Und diesen geringen Betrag gab der 30-Jährige dem Gaststättenbetreiber bald nach der Tat sogar zurück und entschuldigte sich für sein Verhalten.

Überredet

Das Gericht ging davon aus, dass der Angeklagte sich von seinen Freunden zur Tat hatte überreden lassen, denn diese sind bereits mehrfach straffällig geworden, während der Angeklagte selbst keine eingetragenen Vorstrafen hat.

Der Richter wollte von dem 30-Jährigen wissen, ob er überhaupt wisse, was Geld wert sei. Das bejahte der 30-Jährige, dessen Mutter gerichtlich als seine Betreuerin bestellt ist.

Monatlich könne er über rund 200 Euro verfügen, eine Summe, mit dem er gut auskomme, berichtete er im Gerichtssaal. Deutlich wurde dabei, dass er die Gruppe nur dieses eine Mal begleitete, in die Kasse gegriffen habe ein anderer.

Geldbuße

Es sei ihm bewusst, dass ein Dieb bestraft werden könne, so der einsichtige Angeklagte. Als Auflage verurteilte ihn der Richter zusätzlich zu einer Geldbuße in Höhe von 150 Euro.

Diesen Betrag muss der Mann in jedem Fall zahlen. „Günstiger wird es für Sie nicht werden“, meinte der Richter abschließend nach der Rechtsbehelfsbelehrung.

Von Selina Merle

Quelle: HNA

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