Jobcenter entscheidet über Leistungsberechtigung größtenteils für jeden Fall einzeln

Von Mittagessen bis Nachhilfe

Kreis Kassel. Im Landkreis gibt es nach Angaben des Jobcenters 3040 bedürfitge Kinder und Jugendliche aus Familien, die Hartz IV empfangen. Hinzu kommen solche, deren Eltern Kinderzuschlag oder Wohngeld bekommen. Die Leistungen des Bildungspaketes decken verschiedene Bereiche ab. Das Jobcenter kümmert sich um die Anträge:

Mittagsverpflegung

An 20 von 75 Schulen im Landkreis nutzen bislang 18 000 Schüler die Mittagsverpflegung. 780 von ihnen sind nach Angaben von Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises, bedürftig. Nach der neuen Regelung haben kreisweit 6000 Kinder aus armen Familien Anspruch auf Geld für ein warmes Mittagessen. Das Geld geht aber nicht an die Leistungsberechtigten, sondern an die Leistungserbringer, also die Betreiber der Mittagsverpflegung, erklärt Kühlborn. Daher gebe es personalisierte Gutscheine, die jeweils für ein halbes Jahr beantragt werden können. Die Berechtigung muss beim Jobcenter für jeden einzeln bestätigt werden.

Tagesausflüge

Die Teilnahme an mehrtägigen Schulausflügen wurde für bedürftige Kinder bislang gezahlt. Jetzt können Eltern auch Unterstützung für eintägige Exkursionen beantragen. Die Abrechnung sei für die Kommunen aufwändig, da jeder Ausflug pro Kind einzeln bearbeitet wird, so Kühlborn.

Schulbedarf

Die Zahlung des „Schultütengeldes“ erfolgt pauschal an die Leistungsberechtigten. Bedürftigen Kindern und Jugendlichen stehen pro Jahr 100 Euro für Schulmaterial wie Hefte zu. Ab 2011 erhalten sie jeweils zum 1. August 70 Euro und zum 1. Februar 30 Euro.

Schülerbeförderung

Hartz IV-Kinder, die nach der zehnten Klasse eine weiterführende Schule besuchen, bekommen Geld für die Busfahrten zur nächstgelegenen Schule des entsprechenden Bildungsganges.

Lernförderung

Nachhilfe wird unterstützt, sofern der Bedarf durch die jeweiligen Lehrer bestätigt wird, das heißt, wenn die Versetzung gefährdet ist. Das Geld geht direkt an die Nachhilfe-Institute.

Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben

Zehn Euro pro Monat erhalten Bedürftige für die Teilnahme an Sport und Kultur, zum Beispiel um Beiträge in Sportvereinen und Gebühren in Musikschulen zahlen zu können. (sdl)

Quelle: HNA

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