Das Modell der Homberger Altstadt ist schon fertig

+
Im Kleinformat: Jochen Gontermann mit dem Homberger Modell.

Homberg. Das Modell der Homberger Altstadt steht schon fertig auf Jochen Gontermanns Tisch. Zu sehen sind weiße Nachbauten der Fachwerkhäuser. Gontermann ist Architekt der Stadt Homberg und wird Donnerstagabend in der Stadthalle darüber reden, wie die Altstadt aktiviert werden soll.

„In Homberg darf das Licht nicht ausgehen“, sagt er. Diesen Eindruck könne man jedoch gewinnen, wenn man über den Marktplatz gehe.

„Einige Fehler der vergangenen Jahrzehnte müssen korrigiert werden“, so Gontermann. Durch die Ausgliederung großer Einzelhandelsflächen auf die grüne Wiese seien das Leben und der Geschäftsbetrieb in der Altstadt immer weniger geworden. Von 1220 ist die Zahl der Einwohner in den vergangenen zehn Jahren auf 880 geschrumpft. Doch habe es auch richtige Impulse gegeben. Unter anderem die Einrichtung der Touristenzentrale am Marktplatz, der Umbau der Zehntscheune und die Umgestaltung der Westheimer Straße sowie der Untergasse.

Ziel sei es nun, die Neugestaltung des nicht oder wenig bewohnten Quartiers zwischen der Holzhäuser Straße, dem Marktplatz, der Kreuz- und der Salzgasse. Mit dem kleinteiligen Modell, das Gontermann nun vorstellt, dürften zugleich auch die Pläne für den so genannten Marktplatz-Ost – ein großes Einkaufszentrum im Herzen der Stadt – endgültig vom Tisch sein. So wie sein Modell, bestehen auch die Pläne Gontermanns aus mehreren Bausteinen. Das neue Ärztehaus, das sich nun medizinisches Versorgungszentrum nennen darf, ist einer davon. Dazu gehören unter anderem auch die Wieder-Inbetriebnahme der Krone, Kauf und die Umnutzung der Schirnen.

„Wichtig ist, dass Wohnen und auch Geschäftsleben in der Innenstadt stattfindet“, sagt Gontermann. So sollten neben Fachgeschäften auch barrierefreie und Wohnungen für Familien entstehen.

Enorme Bedeutung habe es, dass das Konzept mit der Denkmalpflege abgestimmt sei. Bei der Landesregierung in Wiesbaden spreche man bereits vom Homberger Modell. „Weil es eine Gesamtlösung für andere Fachwerkstädte sein kann.“ Man wolle Hombergs Innenstadt energetisch voranbringen. So ist der Bau eines Fernwärmenetzes – gespeist über Geothermie – geplant. Man müsse auch über das Verkehrskonzept der Innenstadt nachdenken, sagt Gontermann und spricht von einer größtmöglichen Flexibilität. „Die lange Parkplatzsuche muss aufhören.“ Innenstadtnah müsse es ausreichend Parkplätze geben.

Entscheidend sei, dass diese Pläne auch von allen Homberger Parteien unterstützt würden. Das war bei der großen Lösung für einen Marktplatz-Ost bei Weitem nicht so. Außer der Arbeit und Mühe, die er ins Projekt gesteckt habe, koste das bislang noch nichts.

Quelle: HNA

Kommentare