Modellflug: Nachbau des Olympiaflugzeugs von 1936 am Graner Berg

Beweist, dass Modellflugzeuge nicht unbedingt die kleinen Flieger sein müssen: Helmut Müller und sein Nachbau der YR-Pax. Rund 1400 Stunden hat er für den Nachbau gebraucht. Fotos:  Hoffmann

Wolfhagen. Wenn Helmut Müller seine YR-Pax gen Himmel schickt, bekommt das Wort Modellflug eine ganz neue Bedeutung.

Eindrucksvoll nämlich zeigt er, dass Modellflugzeuge nicht unbedingt die kleinen Flieger sein müssen, die leise durch die Luft gleiten. Er steuert das größte Modell zur Flugschau der Wolfhager Luftsportvereinigung am Graner Berg bei, wo sein Nachbau des legendären Olympiaflugzeuges von 1936 alle Blicke auf sich zieht.

Auch wenn es offiziell, weil nicht manntragend, der Sparte Modellflugzeug zuzuordnen ist, könnte es glatt als „echter“ Flieger durchgehen. „Ich habe das Flugzeug nach Originalplänen im Maßstab 1 zu 1,2 nachgebaut“, sagt Müller stolz, der an die 1400 Stunden in der heimischen Werkstatt an seinem Schätzchen geschraubt und gebastelt hat. Ausgestattet mit einem 560-Kubik-Ultraleichtflugmotor, verfüge die Pax immerhin über 55 PS.

Sie den Besuchern am Wochenende in Wolfhagen in der Luft zu präsentieren, gestaltet sich dann allerdings nicht so leicht wie erhofft. „Die Luftverhältnisse sind hier unter aller Kanone“, sagt Müller, „da muss man wirklich weit vorausdenken, weil man nicht wirklich weiß, was das Flugzeug im nächsten Moment macht.“ Da könne er durchaus auch mal nervös werden, immerhin steuert er einen ordentlichen Wert durch die Luft. Wie viel er tatsächlich in sein Hobby investiert, das will er nicht verraten, nur soviel: „Würde die Pax abstürzen, wäre das eine Katastrophe.“

Ähnlich, wenn auch preislich gesehen in anderen Bereichen, verhält es sich bei Miles Dunkel und seinen Helis. „Die Technik ist glücklicherweise mittlerweile so gut ausgereift, dass es nur sehr selten zu Schwierigkeiten kommt“, sagt der 24-Jährige, der ein waschechter Weltrekordhalter im Speedflug ist. 282,65 Kilometer pro Stunde auf einer 200 Meter langen Messstrecke hat er mit seinem Heli hingelegt, der aus der Schmiede der Kasseler Firma stammt und an die 3000 Euro kostet, „schließlich ist er mit dem Feinsten vom Feinen ausgestattet, und es gibt davon weltweit gerade mal 50 Stück“.

In die Quere kommen will man dem Himmelsflitzer und den unzähligen anderen Flugzeugen lieber nicht, weshalb es sich die zahlreichen Besucher am Wochenende dann doch lieber hinter den Absperrungen gemütlich machten, um voller Begeisterung das Schauspiel am Wolfhager Himmel verfolgten, mit Helmut Müllers Riesen-Pax als absoluten Höhepunkt.

Quelle: HNA

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