Einbringen des Winterweizens

Moderne Technik zahlt sich bei Ernte aus

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Familienbetrieb: Bei der Weizenernte sind bei der Familie Ochs 16-Stunden-Tage nicht selten.

Todenhausen. Der Sommer neigt sich langsam seinem Ende zu. Aber auch am vergangenen Wochenende waren viele Landwirte im Altkreis Ziegenhain mit ihren Mähdreschern unterwegs, um den Winterweizen einzubringen.

„Glücklicherweise hat die Hitzeperiode im Juli den feuchten Frühling teilweise wieder wettgemacht, sonst hätte uns das Wetter im Zeitplan nach hinten geworfen“, erklärt Landwirt Rainer Ochs aus Todenhausen, „jetzt müssen wir die schönen Augusttage auszunutzen.“

Sobald Feuchtigkeit, Eiweißgehalt und die sogenannte Fallzahl des Getreides die Voraussetzungen erfüllen, rollen die Erntemaschinen auf die Felder. In der Stunde schafft ein moderner Mähdrescher mit seinem breitem Schneidwerk ein bis zwei Hektar Fläche und kann in seinem Korntank bis zu zwölf Kubikmeter Getreide bunkern.

Um effektiv arbeiten zu können, ist neben moderner Landtechnik aber auch eine ausgefeilte Logistik erforderlich. Wagen müssen bereitstehen, entladen und wieder aufs Feld gefahren werden. Ziel ist es, unnötige Wartezeiten zu verhindern. Eine Maschine, die stillsteht, verdient kein Geld.

Kopfarbeit hat auch auf dem Land schon lange die harte körperliche Arbeit in vielen Bereichen abgelöst. „Ohne Plan funktioniert es nicht. Nur wenn jedes einzelne Rädchen genau aufeinander abgestimmt ist, funktioniert die Ernte reibungslos. Moderne Kommunikationstechnik ist eine große Hilfe,“ so Ochs.

Und weiter: „Die Erntezeit ist unsere Hauptsaison. Der Tag beginnt schon früh am Morgen mit der Stallarbeit. Dann geht es bei gutem Wetter auf den Mähdrescher, um bis in die späten Abendstunden zu dreschen. Ein 16-Stunden-Arbeitstag ist keine Seltenheit.“ Darüber hinaus müssen sämtliche Arbeitsabläufe dokumentiert werden. „Mittlerweile sind bis zu 15 Prozent meiner Arbeitszeit für Bürotätigkeiten reserviert“, erklärt der Landwirt. Mit dem Dreschen des Getreides alleine ist es auch nicht getan: Es gilt das Korn kontrolliert einzulagern oder direkt zum Landhandel zu bringen und Stroh zu pressen.

Da hierzu viele Fahrzeugbewegungen notwendig sind, hoffen Landwirte wie Rainer Ochs auch auf das Verständnis ihrer Mitmenschen. „Wir sind bestrebt Verkehrsbehinderung so gering wie möglich zu halten, bemühen uns Rücksicht zu nehmen, wünschen uns dies im Gegenzug aber auch von den anderen Verkehrsteilnehmern.“

Neues Getreidelager

Um auf Preisschwankungen auf dem Weltmarkt flexibel reagieren zu können, hat Rainer Ochs wie viele seiner Berufskollegen in den Bau eines Getreidelagers investiert. Die Entlastung der Verkehrswege in der Sommerzeit ist dabei ein angenehmer Nebeneffekt.

Ein moderner Mähdrescher wie ihn Ochs fährt ist, wie heutzutage eigentlich alle modernen landwirtschaftlichen Fahrzeuge, ein hoch technisiertes und computergesteuertes Arbeitsgerät. Moderne Hilfsmittel haben viele Handlungsabläufe zwar erleichtert, trotzdem ist und bleibt die Arbeit eines Landwirts auch heute ein in allen Belangen stark fordernder Beruf.

HINTERGRUND

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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