Studenten wollen der Stadt Schwarzenborn ein neues Gesicht geben

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Eifrige Baumeister: Projektbetreuerin Nicola Lammers von der Uni Kassel machte sich gemeinsam mit Maren Heyde und Franziska Kaufmann (von links) ans Werk.

Schwarzenborn. Wer Schrumpfung selbst gestaltet, wächst - unter diesem Motto steht ein Projekt von Studenten des Fachbereiches Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung der Universität Kassel in Schwarzenborn.

Seit Sommer 2011 beschäftigen sich junge Leute mit der Struktur und dem demografischen Wandel in der kleinsten Stadt Hessens. Gemeinsam mit Schwarzenbornern wollen sie Konzepte zur Entwicklung erarbeiten und die Menschen dazu motivieren, Gestaltungsmöglichkeiten zu begreifen und Dinge selbst in die Hand zu nehmen.

Dazu planen die Studenten in den kommenden Wochen verschiedene Aktionen. Zum Auftakt luden sie am Freitag auf den Marktplatz ein: „Schwarzenborn baut“ lautete der Titel des Nachmittages, an dem gemeinsam an verschiedenen Sitzmöbeln für die Stadt gebaut wurde. „Diese Kreationen sollen als mobile Treffpunkte quasi durch Schwarzenborn wandern“, erläuterte die Masterstudierende Laura Wegener. Aus gestiftetem Holz entstanden variable Möbel wie Bänke oder zusammensteckbare Hocker.

Ziel der Aktionen ist es, zusammen mit den Einwohnern alternative Nutzungen öffentlicher Räume zu erproben. Angesichts einer ausgeprägten Schrumpfungssituation aufgrund des demografischen Wandels – also einem Bevölkerungsrückgang und einhergehendem Leerstand – soll die Stadt wieder lebenswerter gestaltet werden.

Um die Wünsche der Schwarzenborner zu erfahren, organisierte die studentische Projektgruppe Anfang Mai bei der Eröffnung des neuen Supermarktes eine Umfrage. Hierbei wurden Orte und Themenbereiche abgefragt, in denen die Bewohner der Stadt Veränderungsbedarf sehen. Die Wahl der Studenten fiel übrigens auf Schwarzenborn, weil der demografische Wandel hier in schlichten Zahlen ausgedrückt besonders hoch sei, erläuterte Wegener.

Schon viele private Bänke

Die erste Aktion auf dem Marktplatz entstand in Anlehnung an die große Zahl von stadtbildprägenden privaten Sitzbänken: „Wir haben eine vorhandene Schwarzenborner Qualität des öffentlichen Raumes aufgegriffen und wollen sie weiterentwickeln“, erklärten die Studenten. Die Stühle und Bänke sollen während der Projektlaufzeit durch den Ort wandern und dienen bei den weiteren Aktionen nebenher als Treffpunkt und Markenzeichen.

Betreut wurde die Bauaktion von zwei Studenten der Landschaftsplanung und drei der Stadtplanung. „Die Sitzmöbel sollen in erster Linie Identität stiften“, sagte Laura Wegener. Geplant sind insgesamt fünf Aktionen, die auch von Seiten der Stadt unterstützt werden. Auch Maren Heyde und Franziska Kaufmann aus Schwarzenborn beteiligten sich am Bauprojekt: „Wir finden spannend, was hierbei entsteht. Außerdem macht es Spaß, gemeinsam etwas für die Stadt zu tun“, sagten die Schülerinnen. (zsr)

• Weitere Informationen zum Projekt und zu den Aktionen auch im Internet unter www.Zukunft-Schwarzenborn.de.

Quelle: HNA

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