Nach Insolvenz: Möbelhaus Dickhaut öffnet Türen wieder

Möbelhaus Dickhaut: Türen sind wieder offen

Homberg. Die Türen des Möbelhauses Dickhaut in Homberg sind wieder geöffnet. Doch ist nicht mehr Dickhaut drin, wo Dickhaut draufsteht. „Die Insolvenz des Traditionshauses ist abgeschlossen“, sagt Insolvenzverwalter Dr. Hans-Jörg Laudenbach.

„Jetzt läuft der Abverkauf“, erklärt Kurt Zaß. Er ist derzeit der Hausleiter und koordiniert den Verkauf des Warenbestandes für die Firma Clever Polster aus Bad Harzburg. „Die Firma hat die Ware des Unternehmens Möbel Dickhaut aufgekauft und verkauft diese jetzt zu wirklich extrem günstigen Preisen. Außerdem gibt es weitere Sonderposten“, erklärt Zaß. Mit Rabatten von bis zu 50 Prozent könnten die Kunden rechnen. Allerdings stehe kein Lieferservice zur Verfügung, räumt er ein.

Bis zu drei Monate werde man für den Abverkauf benötigen. „Wir geben Gas“, sagt Zaß und betont, dass es nicht darum gehe, mal eben den Laden zu räumen. „Die Pläne für den neuen Betreiber sind sehr langfristig angelegt.“, sagt Zaß. Wer der neue Betreiber sein wird, dass stehe noch nicht fest.

Im Oktober hatte sich die Gläubigerversammlung des insolventen Möbelhauses Dickhaut für die Schaumann-Offerte entschieden (wir berichteten). Zwei Unternehmen der Gruppe haben den Warenbestand und die Aufträge gekauft, eine weitere Gesellschaft das Grundstück und das Gebäude. „Damit ist jetzt alles in einer Hand“, sagte der Insolvenzverwalter.

„Parallel zum Abverkauf starten bereits Umbau und Sanierung des Gebäudes“, erklärt Johannes Partsch von der Werbeagentur Orange Promotion in Kassel. Die Schreiner seien schon im Gebäude. Das Haus werde optisch komplett verändert. Und auch energetisch werde es auf den neusten Stand gebracht. Das Gebäude, das im Jahr 1976 gebaut wurde, sei in die Jahre gekommen, betont Zaß. Die 8000 Quadratmeter Verkaufsfläche würden modernisiert.

Der Name Dickhaut bleibt übrigens auch nach der Neueröffnung im Sommer 2012 bestehen. „Möbel Dickhaut hat eine 273-jährige Tradition und einen Namen, den wollen wir der Region nicht wegnehmen“, sagt Werbefachmann Partsch. Verkauft werden soll dann das Vollsortiment.

Hintergrund

273 Jahre gab es in Homberg die Firma Möbel Dickhaut in Familienbesitz. Im Mai musste das Einrichtungshaus Insolvenzantrag stellen wegen Zahlungsschwierigkeiten. Trotz einiger Bemühungen gelang es nicht, die Firma zu retten. Jetzt soll ein neuer Eigentümer wieder Möbel anbieten in den bisherigen Geschäftsräumen.

Derzeit arbeiten unter dem Verwalter Kurt Zaß freie Mitarbeiter in dem Möbelhaus und wickeln den Abverkauf ab.

Der Umbau und die Sanierung des Gebäudes werden nicht zu einer Schließung führen. „Es wird einen fliegenden Wechsel geben“, sagt eine Mitarbeiterin der Firma Schaumann.

Von Maja Yüce

Quelle: HNA

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