Stadtsparkasse und VR-Bank spenden für Vitrinen auf der Felsburg

Burgverein hat drei neue Vitrinen für Sehenswürdigkeiten angeschafft

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Freude über neue Vitrinen: von links Georg von Vogt, stellvertretender Vorsitzender des Burgvereins, Kulturwart Hans Poth mit dem Gerüstbalken aus der Zeit zwischen 1330 und 1385, 1. Vorsitzender Heiner Maifarth sowie die Direktoren Karl-Heinz Gräser (VR-Bank) und Ingo Lange (Stadtsparkasse). 

Felsberg. Die Geschichte Felsbergs und der Felsburg kann Einheimischen und Touristen jetzt noch besser präsentiert werden. Für besondere Sehenswürdigkeiten stehen drei Vitrinen zur Verfügung, die der Burgverein für 5200 Euro angeschafft hat.

Den größten Teil der Summe haben die Stadtsparkasse Felsberg und die VR-Bank Schwalm-Eder gespendet.

„Damit leisten Sie eine vorbildliche kulturelle Arbeit”, sagten der Kulturwart sowie der 1. Vorsitzende des Burgvereins, Hans Poth und Heiner Maifarth, zu den Direktoren Ingo Lange und Karl-Heinz Gräser. Schreinermeister Jürgen Fenge hat die Vitrinen aus Eichenholz nach Zeichnungen von Hans Poth angefertigt.

Darin aufbewahrt wird zum Beispiel ein Eichenbalken, den man bei der Sanierung der Felsburg im oberen Teil des Bergfrieds fand. Zwischen 1330 und 1385 war dieser Balken für den Gerüstbau verwendet worden. In dieser Zeit entstand der obere, schlankere Teil des landschaftsprägenden 30 Meter hohen Butterfassturmes. Der untere Teil stammt aus der Zeit um 1090.

Ziegel aus dem Mittelalter

Eine weitere Rarität ist eine Dachziegel, die man beim Sanieren der Nordmauer fand. Mönch und Nonne nennt man die Form dieser Ziegel, mit der im Mittelalter Gebäude der Burg bedeckt waren. Ein Wölbtopf stammt aus der Zeit um 1300 und gehörte zur Heizungsanlage der Burg. Für Wasser und Wein wurde ein kleiner Krug mit Henkel verwendet. Das Gefäß stammt aus der Zeit zwischen 1250 und 1350. Topf und Krug schenkte der Gensunger Verein für Vor- und Frühgeschichte dem Burgverein zum 125-jährigen Bestehen.

In den Vitrinen wird der Burgverein nach den Worten von Hans Poth auch die Geschichte der Burg und Stadt sowie die Entwicklung des 1885 gegründeten Burgvereins präsentieren, der sich vom ersten Tage an um die Felsburg kümmert. Kleine Ausstellungen zu Themen mit lokalem Bezug seien geplant. Die Felsburg solle auch ein außerschulischer Lernort werden unter dem Motto „Lernen durch praktische Anschauung”.

Ziel sei, die Felsburg als touristischen Anziehungspunkt noch attraktiver zu gestalten, um den Bürgern die lokale Geschichte näherzubringen. Dabei wolle man die Lebensbedingungen der Menschen aus früheren Epochen vermitteln und die Architektur der Wohn- und Wehrgebäude im Edertal vorstellen.

Der Burgverein, der die Burg und den Schlossberg hege und pflege, bekomme vom Land Hessen vierteljährlich 306,78 Euro. Das sei nur ein Tropfen auf den heißen Stein, sagte Vereinsvorsitzender Maifarth. Der Verein müsse Jahr für Jahr 2000 bis 3000 Euro aus eigener Tasche aufwenden. Ohne Idealismus, ehrenamtliches Engagement und Spenden könne das staatseigene Baudenkmal nicht erhalten werden.

„Was der Verein für die Burg leistet, ist vorbildlich und mit Geld gar nicht aufzuwiegen”, sagte Stadtsparkassen-Chef Ingo Lange. Auch VR-Bank-Chef Gräser sagte weitere Unterstützung zu: „Der Burgverein allein kann die Burganlage nicht unterhalten.” Gräser schenkte dem Verein zwei Hessenkittel, die seine Oma hergestellt und mit Stickereien verziert hatte, sowie eine Haube der Spitzbetzeltracht.

Quelle: HNA

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