Die Metzer Pfarrerin Tanja Griesel hat einen kulinarischen Krimi geschrieben

Ein mörderischer Genuss

Schreibort Küchentresen: In ihrer giftgrün gestrichenen Küche holt sich Tanja Griesel Inspiration für ihren Roman um die mörderische Profiköchin Maxie Kaiser. Foto: Rissmann

Metze. Pfarrerin, Buchautorin, Ehefrau, Mutter – Tanja Griesel ist ein Multitalent. Doch über all der vielen Arbeit hat die 37-Jährige das Genießen nicht verlernt. „Kochen ist meine Leidenschaft“, sagt sie und zieht dabei mit dem Zeigefinger den feinen Rand ihrer eleganten Teetasse nach.

In der Küche stehen, neue Gerichte mit exotischen Gewürzen ausprobieren, die Sinne reizen, das macht ihr Freude. Logisch, dass ihr erster Roman ein kulinarischer Krimi geworden ist. Darin dreht sich alles um die mörderische Profiköchin Maxie Kaiser, die auch Mal im eleganten Designerkleid am Herd steht - sinnlich kochen eben.

„Ab und zu muss ich mich beim Kochen auch bremsen“, sagt sie, dreht sich ein Stück und gibt den Blick frei auf die vielen bunten Bilderrahmen mit Fotos ihrer Familie, die hinter ihr an der Wand hängen, „denn meine Kinder mögen nicht alle Gewürze“. So kommen auch mal Fischstäbchen und Pommes auf den Tisch des Pfarrhauses im Niedensteiner Stadtteil Metze.

Doch wie kommt man als Pfarrerin zum Romanschreiben? Als Theologin sei man ja auch eine Geschichtenerzählerin, sagt Tanja Griesel.

In ihrem Beruf trifft sie auf verschiedene menschliche Abgründe, und die hat sie verdichtet auch in ihrem Roman verarbeitet. „Ich mag keine glatten Hauptfiguren, und an den klassischen Krimis habe ich mich satt gelesen.“

Menschliche Abgründe

Ihre Hauptfigur hingegen sei sehr widersprüchlich und damit authentisch. „Obwohl sie eine Mörderin ist, findet man sie sympathisch“, sagt Tanja Griesel. Ein leichtes Lächeln umspielt ihren Mund und ihre Augen leuchten. „Ich habe Spaß dabei, meine Figur all die bösen Sachen machen zu lassen.“ Schreiben sei auch ein Ausgleich, eine Auszeit aus dem Alltag.

„Ich habe Spaß dabei, meine Figur all die bösen Sachen machen zu lassen.“

Tanja Griesel

Für ihr Erstlingswerk hat Tanja Griesel insgesamt vier Jahre gebraucht, denn die Zeit zum Schreiben musste sich die Pfarrerin regelrecht absparen. „Ich habe meinen Jahresurlaub für den Roman geopfert.“ Bis zu acht Stunden täglich habe sie dann vor dem Computer gesessen und an der Geschichte gefeilt. „Am liebsten schreibe ich in der Küche“, verrät sie. Etliche der 240 Seiten ihres Buches hat sie an ihrem Tresen in der giftgrün gestrichenen Küche erdacht. Giftgrün, darin lag wohl auch die Inspiration für die giftmischende Hauptfigur Maxie Kaiser, die im Laufe der Geschichte einige Bewohner des Örtchens Rothard um die Ecke bringt.

Es geht um Schokolade

Leider bleibe im Moment wenig Zeit zum Schreiben, doch im Kopf hat sie bereits die nächste Geschichte um Maxie Kaiser. „Dann dreht sich alles um Schokolade.“ Sie zwinkert verschwörerisch. „Schokolade und Kaffee – ein Genuss.“ Ein mörderischer Genuss.

Tanja Griesel „Rothard“, erschienen bei Hoffmann und Campe, 240 Seiten, 18 Euro. Was bei Tanja Griesel sonst noch los ist, erfährt man unter: www.tanja-griesel.de/blog

Von Diana Rissmann

Quelle: HNA

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