Mörscherin sammelt Geld für kenianische Frauen

Engagierte junge Frau: Hanna Reichhardt aus Altmorschen während ihrer Arbeit im Mathare Slum. Foto: privat

Morschen/Nairobi. Hilfe zur Selbsthilfe - das ist die Idee hinter einem Spendenprojekt in Kenia, das die Mörscherin Hanna Reichhardt gemeinsam mit drei weiteren Studenten ins Leben gerufen hat.

In Mathare, einem der größten Slums in Nairobi, wollen sie ein Grundstück kaufen und ein Gemeinschaftshaus für aidskranke beziehungsweise HIV-infizierte Frauen bauen. 6000 Dollar brauchen sie dafür. Das Geld sammeln sie unter anderem über eine Spendenplattform im Internet.

Entstanden ist die Idee während eines Praktikums, das die 22-Jährige erst kürzlich bei der Nichtregierungsorganisation Community Transformers in Nairobi gemacht hat. Ihre drei Mitstreiter kommen aus Asien, Europa und Amerika. Dadurch habe das Projekt auch internationalen Charakter und vor allem Reichweite, sagt die 22-Jährige. Zudem könnten alle vier auf Netzwerke zurückgreifen, die während der Zeit in Kenia entstanden.

AIESEC, eine der größten internationalen Studentenbewegungen, habe ihr das Praktikum bei Community Transformers vermittelt. Die 22-Jährige studiert in Göttingen Politikwissenschaften und Ethnologie, ihre Schwerpunkte sind internationale Beziehungen und Ostafrika. Ihr Liebe zu dem Land entdeckte Hanna Reichhardt vor drei Jahren, als sie nach dem Abitur in Ruanda und dem Ostkongo unterwegs war.

Die Freundlichkeit und der Wille vieler Menschen dort, etwas zu verändern, ist die Motivation für ihr Engagement. „Es fasziniert mich, dass die Menschen, obwohl sie am Existenzminimum leben, immer noch teilen“, sagt Hanna Reichhardt. Während ihres Praktikums im Mathare Slum gehörten Sexualaufklärung an Schulen ebenso zu ihren Aufgaben wie die Arbeit mit HIV-infizierten beziehungsweise an Aids erkrankten Frauen. „Diese Frauen sind aufgrund ihrer Krankheit stigmatisiert“, sagt die 22-Jährige, die auch Suaheli spricht.

Die Frauen würden gern mehr arbeiten. Wegen ihrer Krankheit und fehlender Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder fänden sie aber nur schwer eine Beschäftigung, berichtet die junge Frau.

In dem Gemeindehaus, das die vier Studenten in Zusammenarbeit mit Community Transformers bauen wollen, sollen die Frauen die Möglichkeit haben, sich gemeinsam auch beruflich etwas aufzubauen. Für sie, die sich auch im Alltag unterstützen, sei es selbst nicht möglich, Geld zurückzulegen. „Sie leben von der Hand in den Mund“, sagt Hanna Reichhardt.

In dem Haus könnten die Frauen nicht nur arbeiten, sondern auch gegenseitig auf die Kinder aufpassen. Außerdem könnte das Haus als Treffpunkt für verschiedene Gruppen dienen. Denn eines stellt Hanna Reichhardt klar: „Leid und Armut gehören zum Alltag dieser Menschen, aber trotzdem haben sie genauso gern Spaß und feiern und tanzen gern.“

Mehr Informationen in englischer Sprache sowie die Möglichkeit, zu spenden: gofundme.com/2b5ntyg4 • Kontakt: Hanna Reichhardt steht für Fragen unter reichhardt.hanna@googlemail.com zur Verfügung.

Zur Person

Hanna Reichhardt (22) ist in Altmorschen mit zwei älteren Brüdern aufgewachsen. 2013 machte sie ihr Abitur an der Geschwister-Scholl-Schule in Melsungen. Sie studiert in Göttingen, wo sie mittlerweile lebt, Politikwissenschaften mit dem Schwerpunkt Internationale Beziehungen und Ethnologie.

Quelle: HNA

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