Turm der Ostheimer Kirche wird saniert

Interesse an der Turmsanierung und am kirchlichen Leben: Nele Ackermann, Jonas Lauterbach und Lena Höhle, von links, sind Konfirmanden im dritten Schuljahr.

Ostheim. Ostheims Pfarrerin Gudrun Ostheim freut sich schon auf den Tag, wenn der 33 Meter hohe Kirchturm ohne Gerüst und Planen in neuem Glanz erstrahlt. 170.000 Euro investiert die Kirche für die Instandsetzung.

„Die ganze Gemeinde freut sich darüber, dass die Turmsanierung im Jahr der 850-Jahr-Feier verwirklicht werden kann“, sagt die Pfarrerin. Es sei nicht selbstverständlich, dass das Geld im Vorjahr bewilligt worden sei. Schließlich warte man seit zehn Jahren auf die Sanierung des Turms.

„Die ganze Gemeinde freut sich darüber, dass die Turmsanierung im Jahr der 850-Jahr-Feier verwirklicht werden kann.“

Vor zehn Jahren schon hatte der Turm schwere Schäden. „Er hatte sich gespalten“, formuliert der Kirchenälteste Hans Paulus. Die drei Bronzeglocken läuteten in einem Glockenstuhl aus Stahl. Die Schwingungen hatten sich so stark auf das historische Mauerwerk übertragen, dass dicke Risse durch die Fenster gingen.

Ein neuer Glockenstuhl aus Ardennen-Eiche wurde eingebaut, seit zehn Jahren schwingen die Glocken anders herum quer zum Kirchenschiff. Paulus: „Der Holzglockenstuhl nimmt die Schwingungen in sich auf.“ Gebannt sei damit die Gefahr, dass sich der Turm vom Kirchenschiff trennt.

Doch es gab auch andere Gefahren. Durch fehlende Schieferplatten drang Wasser ins Gebälk ein. Vor zwei Jahren entdeckte Paulus in der Spitze einen stark befallenen Balken: „Der war schneeweiß – Schimmel. Da habe ich Alarm geschlagen.“

Neues Gebälk

Handwerker aus Bad Sooden-Allendorf haben neues Gebälk gezimmmert. Naturschiefer aus der Eifel wird für eine dichte und schöne Spitze über den Dächern Ostheims sorgen. Bausanierer und Denkmalpfleger aus Herleshausen verfugen das Gemäuer. Der noch aus dem Baujahr 1881 stammende Mörtel war stellenweise so locker und marode, dass er bis zu zehn Zentimeter tief aus den Fugen herausgeholt werden musste. Die Risse werden nun vernadelt - kleine Anker aus Edelstahl stabilisieren das Gemäuer.

In sechs Wochen fertig

Den Kalkmörtel mischen die Fachleute aus Sand aus den Main- und Lahn-Niederungen. Dafür haben sich der Kirchenvorstand und die Fachleute entschieden, „um die Farbe der Fuge der Farbe des Sandsteins anzupassen“, wie Diplom-Ingenieur Volker Debelius formuliert. In fünf bis sechs Wochen wird alles fertig sein, sagt der Architekt.

Von den Baukosten trägt 110 000 Euro die evangelische Landeskirche. 60 000 Euro kommen aus dem Topf „Baulastzinsen – pauschalierter Nachholbedarf“. Das ist Geld, das die politischen Gemeinden vor Jahren pauschal für die so genannten Baulastverpflichtungen für Kirchengebäude gezahlt hatten. Pfarrerin Ostheim und Kirchenältester Paulus sind glücklich: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Architekten und den Handwerkern. Sie alle sind sehr verlässlich, und es läuft richtig gut, ja super.“

Von Manfred Schaake

Quelle: HNA

Kommentare