Moischeider Landfrauen spielten „Omas neue Kleider“

Gespräch mit dem Geistlichen: von links Pfarrer Graß (Hella Hermann) und Petra Dotzhauer-Schneider als Protagonistin Oma Marie.

Moischeid. Mit „Ich hoffe, Sie werden sich vor Lachen biegen" begrüßte Brigitte Pomorin, Vorsitzende des Landfrauenvereins Moischeid, am Freitagabend 100 Besucher zur Premiere des Theaterstückes „Omas neue Kleider" von Willi Fleddermann.

Der rote Vorhang öffnete sich und gab den Blick auf ein liebevoll gestaltetes Bühnenbild frei. Eine gute Stube tat sich auf, darin ein Ohrensessel, in dem eine alte Dame schlief. Um Oma Marie, verkörpert von Petra Dotzauer-Schneider, und ihre Verwandlung sollte es gehen.

Die Tochter der Familie, herrlich frech von Edeltraud Stehling gespielt, eröffnete ihren Eltern, dass Oma ins Altenheim müsse, da sie sich verlobt habe und mehr Platz brauche. Mutter Vera, resolut dargestellt von Elke Arendt, zeigte sich hin und her gerissen zwischen der Loyalität zur Oma und dem Wunsch der Tochter.

Als die Nachbarin Hedwig Schwalbe auftauchte gewann das Stück an Fahrt. Marlies Lomp gab Hedwig glaubwürdigen Ausdruck. Verschmitzt, neugierig und bereit, alles sofort an die Nachbarschaft weiter zu erzählen, befragte sie Oma Marie, warum sie so aufgebracht sei. Erst „Pfarrer Graß“ konnte ihr Einhalt gebieten. Hella Hermann, die den Mann der ehrlichen Worte und des hintergründigen Humors verkörperte, redete Oma Marie ins Gewissen. So nahm das Stück seinen Lauf.

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Moischeider Landfrauen spielten Theater

Oma Marie verschwand samt Sparbuch nach Treysa und kehrte mit dem Taxifahrer Freddy, inszeniert von Sabine Stehling, nach einem Einkaufsbummel mit neuer Frisur und schicken Kleidern wieder zurück.

Die Enkelin zeigte sich von der neuen Oma begeistert und versprach, sie mit in die Disco zu nehmen. Es folgte eine herrliche Szene, in der der Sohn, gespielt von Adelheid Schneider, auf den Tisch haute und die Worte rief: „Mutter, bist du übergeschnappt? Ich verbiete es dir.“ Oma Marie ließ sich nichts verbieten und verschwand mit ihrer Enkelin.

Am nächsten Morgen fand Mutter Vera im Wohnzimmer einen Überraschungsgast: Punker Heinrich (Michaela Bender). Aus seinem Haus vertrieben, hatte ihm Oma Marie Unterschlupf gewährt. Es kam wie es kommen musste, er verliebte sich in die Enkelin.

Nach einem Kampf mit dem Verlobten Stefan, bieder von Anette Trexler dargestellt, erkannte Enkelin Uli, wen sie wirklich liebt, und entschied sich für den Punker. Oma Marie kaufte das Haus, in dem der Punker bis zu seiner Zwangsräumung gelebt hatte, von der streitbaren Frau Pichler (Christiane Martiny).

Kleine Unsicherheiten in der Textkenntnis improvisierte das Ensemble mit viel Charme und einmal mit schallendem Gelächter. So hatte nicht nur das Publikum viel zu lachen.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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