Arbeiten gehen im Mai weiter

Die Molkerei verschwindet: Leer stehende Gebäude werden abgerissen

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Auf der Baustelle: Bauleiter Erich Oels und Bürgermeister Volker Steinmetz.

Gensungen. Wer nahe der alten Molkerei in Gensungen wohnt, der konnte es in den vergangenen Tagen nicht überhören: Nach langer Verzögerung sind die Abrissarbeiten an den Gebäuden der ehemaligen Molkerei Prinz nun in vollem Gange.

"Die Gebäude 1 und 2 sind bereits abgebrochen", sagt Bauleiter Erich Oels. Aus deren Trümmern ragt nur noch ein mehrere Meter hoher und breiter Schornstein hervor aber auch von ihm wird bald nur noch ein Haufen Backsteine zu sehen sein.

Es kracht gewaltig, wenn der Bagger seine Bohrerspitze in die Mauerteile rammt. In einer riesigen Staubwolke zerfallen die Steinbrocken in kleine Teile. Die Schuttberge auf dem Gelände wachsen. Doch die Trümmer landen nicht etwa alle im Müll: "Vor und nach dem Abriss wird das Material auf Schadstoffe und Wiederverwertbarkeit geprüft", erklärt Oels. Die Steine werden kleingehäckselt und können dann zum Beispiel direkt zum Verfüllen der früheren Kellerräume der Molkerei verwendet werden. Denn am Ende soll das Gelände wieder so aussehen, als hätte die Molkerei nie dort gestanden.

In den kommenden beiden Wochen soll ersteinmal wieder mehr Ruhe auf dem Molkerei-Gelände einkehren. Denn bevor es mit dem Abbruch weitergehen kann, muss zunächst ein 75 Meter tiefer Brunnen auf dem Gelände stillgelegt werden: Er wird gereinigt und mit Zement verfüllt. Die Arbeiten an dem Brunnen nehmen so viel Platz ein, dass der Abriss-Bagger diesen Teil des Geländes nicht befahren kann. "Die Abriss-Arbeiten werden Anfang Mai weitergehen", kündigt Bauleiter Oels an. Dann sind Gebäude 3 und 4 an der Reihe, die derzeit noch entkernt werden.

Wann der Abriss der Molkerei-Gebäude beendet wird, darauf will sich Oels nicht festlegen. "Bei Abrissarbeiten weiß man nie genau, was noch passiert und worauf man stößt", erklärt er.

Noch ist unklar, was mit dem Gelände passiert, wenn die Überreste der alten Molkerei beseitigt sind. Denkbar wäre es, dort Wohnungen zu bauen, sagte Bürgermeister Volker Steinmetz. „Ich habe Gespräche mit Unternehmern und Architekten geführt.“ Auch den Gewerbeverein wolle er mit einbeziehen. Konkrete Interessenten gebe es noch nicht. Die Stadt hatte das Grundstück der alten Molkerei 2011 für 132 000 Euro gekauft. Der Abbruch der Gebäude war für Sommer oder Herbst 2013 geplant gewesen, hatte sich aber verzögert: Ein Anbieter hatte gefordert, die Ausschreibung nachzubessern. (jul)

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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