Monat für Monat Historisches

Heimatgeschichtlicher Arbeitskreis Gilserberg stellt Kalender vor

Wanderung zum Wüstegarten: Im Jahr 1954 trafen sich Karl-Heinz Koch, Heinrich Möller, Reinhold Hauck, Herbert Hauck, Pfarrer Wilke, Heinrich Kirschner, Heinrich Jungheim und Heinrich Fenner (von links) auf der Gilserberger Dorfstraße. Foto: Privat

Gilserberg. Im 16. Jahr geht der Heimatgeschichtliche Arbeitskreis im Heimat-, Kultur- und Geschichtsverein Gilserberg nun schon auf Spurensuche im Hochland: Fotos und Geschichten sollen einen Eindruck in das Leben früherer Zeiten vermittelt.

Diese historischen Dokumente bebildern den neuen Heimatkalender für 2012, den es ab sofort im Hochland zu kaufen gibt. Am Dienstagabend stellten die Mitglieder des Arbeitskreises das druckfrische Exemplar im Rathaus vor. 400 Stück sind gerade aus dem Druck gekommen.

Vorsitzender Dr. Jochen Führer ist mit dem Ergebnis mehr als zufrieden: „Der Kalender ist besonders schön geworden.“ Wie schon in den Jahren zuvor, findet sich jeder Ortsteil auf einem oder mehreren Fotos wieder. Hierfür waren die Mitglieder direkt in den Dörfern unterwegs. Brigitte Weirich etwa in Schönau: „Ich bin wirklich von Tür zu Tür gegangen und habe nach alten Bildern gefragt.“ In Lischeid bat man Hans Siesenop, diesmal kein Bild von feucht-fröhlichen Abenden auszuwählen: Die Alternative kann sich im Monat Februar sehen lassen - ein Sonntagsspaziergang in Schönsteiner Amtstracht im Jahr 1930.

Backhaus war Treffpunkt

Neue Wege beschritt man auch in Schönstein. „Hier war der Wunsch, nicht immer nur alte Leute auf dem Foto zu haben“, erläutert Führer. Katharina Röder wählte deshalb zwei Bilder vom Kreisschützenfest 2001 aus.

Dass hinter Geschichte oftmals Geschichten stecken, bewies Heinrich Möller bei seiner Beschreibung einer Abbildung des Gilserberger Backhauses aus dem Jahre 1950. „Das Backhaus war ein beliebter Treffpunkt, wo man mal ungestört schmusen konnte“, erzählt er. Adolf Otto steuerte bei, dass die Backhäuser Anfang des 18. Jahrhunderts auf landgräfliche Anordnung errichtet wurden. „Und zwar nicht nur, weil in den Häusern zu viel Holz verbraucht wurde, sondern auch wegen der erhöhten Brandgefahr.“

Wie wichtig die Lehrer für das dörfliche Leben waren, zeigt das Foto des Schülerchores Sachsenhausen von 1955. „Damals sangen die Kinder anlässliches eines Besuches aus Venezuela ein Ständchen“, erklärt Erika Wenzel. Zum Nachdenken soll das Bild im Monat Dezember anregen, ausgesucht von Adolf Otto: Es zeigt die erstmals gefeierte Goldene Konfirmation in Sebbeterode 1972. „Diese Menschen haben zwei Kriege, drei Währungen und vier Staatssysteme erlebt - das ist eigentlich mehr als man verkraften kann.“

Neben häppchenweise Historischem präsentiert sich der Kalender selbstverständlich auch aktuell. Alle Feste und Veranstaltungen, mit denen das Hochland 2012 aufwartet, sind übersichtlich im Kalendarium vermerkt.

Der Heimatkalender 2012 ist ab sofort bei den Mitgliedern des Arbeitskreises sowie mehreren Verkaufsstellen im Hochland zum Preis von 7,50 Euro erhältlich.

Und zwar im Nahkauf Weissing, dem Floristikfachgeschäft Ochs, bei der Gemeinde Gilserberg, in der Hochlandpraxis, im Hochland-Lädchen, der Zweigstelle der Kreissparkasse, in der Metzgerei Ochs, bei Naumann-Baustoffe, im Schwälmer Brotladen, der Zweigstelle der VR-Bank und in der Walpurgis Apotheke. Weiterhin zu kaufen gibt es noch Exemplare des Buches „Auf Spurensuche im Gilserberger Hochland“, es kostet 20 Euro.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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