60-jähriger Melsunger muss für 18 Monate ins Gefängnis

18 Monate Haft: 60-jähriger Wirt prellte Gäste um 30.000 Euro

Melsungen. Ein Melsunger Gastwirt muss für eineinhalb Jahre ins Gefängnis, weil er die Spargemeinschaft in seinem Lokal um etwa 30.000 Euro geprellt hat. So hat am Mittwoch das Melsunger Amtsgericht wegen gewerbsmäßiger Untreue geurteilt. Die Strafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt.

Viele Jahre lang hatte die Spargemeinschaft dem Wirt das Geld anvertraut, das sie in einem Schrank im Lokal gespart hatte. Der Wirt zahlte das Geld zunächst auf ein Bankkonto ein, um es den Sparern am Jahresende auszuzahlen. „Es war immer gut gegangen“, sagte gestern ein Zeuge. Doch im vergangenen Jahr fiel der Zahltag aus: Die 60 Sparer bekamen kein Geld. Der Wirt hatte nach und nach, in kleinen Summen, die gesamten Jahresersparnisse seiner Stammgäste abgehoben.

Der Angeklagte sagte aus, er habe das Geld zuhause aufbewahrt - aus Angst, das Finanzamt könne das Konto sperren. Bei dem hatte er Schulden. Anfang Dezember, kurz vor der jährlichen Auszahlung, sei es dann passiert: „Ich habe das Geld verloren“, sagte er. Der 60-Jährige schilderte, wie er sich mit dem Geld in einer Tasche auf den Weg machte - und ohne Tasche und Geld in seinem Lokal ankam. Wo und wie das Geld verloren ging, konnte er nicht erklären.

Der Richter glaubte ihm nicht. „Sie haben sich in Widersprüche verstrickt“, sagte er. Der Angeklagte sei in Geldnot gewesen: Die Umsätze in seiner Gaststätte sanken, sein Bankkonto überzog er, die Schulden beim Finanzamt wuchsen. Der Richter hielt ihn auch deshalb für schuldig. „Ich habe keine Zweifel.“

In seinem Urteil kam er der Forderung des Staatsanwaltes nach. Der Wirt ist zwar nicht strafrechtlich vorbelastet, habe sich aber weder entschuldigt noch angekündigt, den Schaden zu begrenzen. „Sie haben es heute verpasst, mit der Geschichte aufzuräumen.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Verteidiger kündigte an, Berufung einzulegen.

Quelle: HNA

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