Frauen treffen sich seit 19 Jahren - die Gemeinschaft inspiriert sie zu Kreativität

Montag ist immer Maltag

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Thema Tulpe: Die Montagsmalerinnen treffen sich wöchentlich, um zu zeichnen. Hintere Reihe, von links Bernd Johannsen, Martina Reckhart, Friedrun Brühne. Vorne, von links: Gerhilt Schläper, Heidemarie Lohrengel, Anita Klitsch.

Bad Zwesten/Jesberg. Am Anfang steht immer ein weißes Blatt. Dieses mit Zeichnungen zu füllen, ist die Aufgabe der Montagsmalerinnen aus Bad Zwesten. Darin haben sie viel Übung: Seit 19 Jahren malen sie zusammen, immer montags. Deshalb nennen sie sich auch die Montagsmalerinnen.

Anita Klitsch und Heidemarie Lohrengel waren die ersten, die im Heimatmuseum in Bad Zwesten ihrer Passion nachgegangen sind. In diesen vielen Jahren haben sie eine ganze Menge gelernt. „Es geht nicht nur um das Malen, wir haben ein Gefühl von Zusammenhalt entwickelt und verstehen uns alle sehr gut“, sagt Klitsch.

Die Montagsmalerinnen sind Teil eines Malkurs, Kursleiter ist Maler Bernd Johannsen. Er regt an und gibt Ideen und Tipps. Er spickt seinen Kurs mit Kunstgeschichte, Farbgestaltung und Perspektive. Eine Rolle spielt auch das Abzeichnen von Blumen, wie etwa Tulpen.

Gemeinschaft als Anregung

Die Gemeinde Bad Zwesten stellt den Zeichenraum im Heimatmuseum kostenlos zur Verfügung. Friedrun Brühne ist seit längerem dabei: „Ich habe Freude daran, zu sehen, wie ich mich verbessert habe und lerne begeistert weiter “, sagt sie. Inspiration ist für die Kreativität wichtig. „In der Gemeinschaft bekommt man Anregungen, die man alleine nicht bekommen hätte“, meint Lohrengel. So hätte man auch die Sicherheit, dass man etwas wirklich Schönes produziert habe.

Die Frauen berichten von einer inneren Befriedigung, wenn sie etwas aufs Papier gebracht haben. Aber es gibt einen deutlichen Unterschied zu anderen Aktivitäten: „Wenn man Unkraut jätet, steht ein paar Tage wieder welches im Garten, die Bilder ändern sich nicht“, sagt Heidemarie Lohrengel. Malen entspannt, macht Spaß und die Malerinnen produzieren etwas für die Nachwelt.

Auch wenn das meist nur für die heimischen vier Wände gedacht ist: „Verkauft werden die Bilder selten, zu einigen hat man eine sehr tiefe Bindung aufgebaut“, sagt Anita Klitsch. Sie malen mit Stiften oder Pinseln, behauen aber auch Steine oder bearbeiten Holz.

„Die Künstlerinnen malen mit dem Werkzeug, das am besten zu ihrem Stil passt“, sagt der Leiter der Gruppe, Bernd Johannsen. Der Kurs deckt alle Bereiche ab, auch Landschaftsmalerei oder ein Portrait sind dabei. Zu Beginn des Kurses waren alle Frauen Laien. Trotz der Tradition, montags zu malen, arbeiten die Damen auch in ihrer Freizeit weiter, aber sie betonen alle, dass es in der Gemeinschaft am schönsten sei. Im nächsten Jahr steht das 20-jährige Bestehen des Malkurses an. Die Frauen stellen ihre Werke in der Wandelhalle in Bad Wildungen aus. Den genauen Termin im September geben sie noch bekannt.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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