59-jähriger Borkener sammelt Kennzeichen aus Deutschland – Mehr als 1000 Stück

Morgen hat sie alle noch

Nostalgie pur: Diethard Morgen zeigt ein Nummernschild aus dem Altkreis Ziegenhain. Er besitzt auch Schilder aus Fritzlar, Melsungen und anderen Kreisteilen. Foto: Dewert

Schwalm-Eder. Diethard Morgen ist der Deutschland-Mann. Der Borkener besitzt mehr als 1000 Nummernschilder. Er war in jeder deutschen Stadt, die über ein eigenes Kennzeichen verfügt und hat Fotos von diesen gemacht. In seiner Sammlung gibt es auch die Kennzeichen der Altkreise.

„Ich fände es gut, wenn die alten Nummernschilder eingeführt würden“, sagt der 59-jährige Lehrer. Aber das Bestreben des Gesetzgebers sei es eher weniger Kennzeichen herauszugeben.

Verwaltungstechnisch sei es für die Behörden mit deutlich mehr Arbeit verbunden. In einigen Landkreisen habe man daher die Fahrzeughalter nach der Gebietsreform quasi gezwungen, ihre Fahrzeuge umzumelden.

Rostock wollte HR

Im Landkreis gebe es noch vereinzelt die alten Kennzeichen. Zum Beispiel an Oldtimern und Treckern. Im Landkreis Braunlage waren die Verantwortlichen nicht so nachsichtig. Dort mussten alle Fahrzeughalter ihre alten Fahrzeuge ummelden. Ein BRL sucht man dort vergebens.

Mit der Gebietsreform 1973/74 seien 23 Kennzeichen in Hessen weggefallen. Im Landkreis waren das ZIG, MEG und FZ. In Deutschland waren es insgesamt 220.

Aber auch danach habe es noch Veränderungen gegeben. „Wegen der Wiedervereinigung sind in Ostdeutschland 130 Kennzeichen verschwunden, einige wenige kamen aber auch dazu“, sagt er. Das Kennzeichen des Schwalm-Eder-Kreises sei dabei sogar sehr begehrt gewesen: Die Hansestadt Rostock wollte seinerzeit unbedingt das Kennzeichen HR. „Wir sind aber hartnäckig geblieben“, sagt er und lacht. Jetzt müssten die Rostocker eben mit HRO herumfahren.

420 Kennzeichen

Etwa 420 gültige Kennzeichen gibt es derzeit in der Bundesrepublik. Insgesamt gab es im Laufe der Zeit 770 verschiedene Kennzeichen. So viele wären es wohl auch nach einer möglichen Einführung der Nummernschilder für die Altkreise. Morgen vermutet, dass die Entscheidung bei einigen Städten, Begehrlichkeiten wecken könnte. Die Stadt Rüsselsheim zum Beispiel hatte noch nie ein eigenes Kennzeichen. Die Rüsselsheimer haben an ihren Autos das Kennzeichen GG für Groß-Gerau. Ein RÜ wäre vorstellbar und ist derzeit auch frei, weiß Morgen. „Ich kann mir vorstellen, dass die Rüsselsheimer ganz versessen auf ein RÜ wären.“

Da es die Altkreise nicht mehr gebe, könne er sich nur vorstellen, dass man in geografischer Anlehnung daran ein Nummernschild bekomme. Diethard Morgen könnte dann ein FZ am Auto haben. „Warum nicht?“, fragt er. Ein BO für Borken ist schließlich unmöglich. Das haben schon die Bochumer.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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