Morschen wartet auf Ja zur Windkraft

Windräder: Auch auf dem Steinkopf bei Eubach könnten Anlagen errichtet werden. Foto: Christian Charisius/Archiv

Morschen. Die Gemeinde Morschen will Windpark auf Fläche ausweisen, die noch keine Vorrangfläche ist. Die Entscheidung beim Regierungspräsidium zum Teilregionalplan Energie Nordhessen verzögert sich wegen 30.000 Einwendungen.

Die politischen Entscheidungen sind laut Morschens Bürgermeister Herbert Wohlgemuth getroffen - doch noch sei nicht klar, ob auf dem Steinkopf bei Eubach wirklich Windkraftanlagen gebaut werden können. Denn noch das Gebiet ist im Teilregionalplan Energie Nordhessen noch nicht als Windvorrangfläche aufgenommen.

Die Gemeinde 

Bürgermeister Wohlgemuth hat nach der 2. Offenlegung des Plans wiederholt die Aufnahme des Gebietes beantragt. Es grenzt direkt an das ausgewiesene Vorranggebiet Katzenstirn. Auch die geforderten Abstände zu Wohnbebauung (1000 Meter) und Einzelbebauung (600 Meter) würden laut Bürgermeister eingehalten. Ebenso sei keine unverhältnismäßige Beeinträchtigung von Mensch und Umwelt zu erwarten.

„Wir wollen diese Windkraftanlagen“, sagt Wohlgemuth. Für die Gemeinde Morschen rechne er, wenn auf dem Steinkopf zwei Windkraftanlagen betrieben würden, pro Jahr und Anlage mit fünfstelligen Pachteinnahmen für die Gemeindekasse.

Das Regierungspräsidium 

Der Teilregionalplan Energie Nordhessen soll aber laut Harald Merz, stellvertretender Pressesprecher des zuständigen Regierungspräsidiums in Kassel, erst im Frühsommer 2016 verabschiedet werden. Eigentlich sollte das bis Ende des Jahres geschehen sein, aber durch die 30 000 Einwendungen, die nach der 2. Offenlegung eingegangen waren, verzögert sich laut Merz der Termin.

Zum Wunsch der Gemeinde Morschen, den Bereich Steinkopf in den Regionalplan aufzunehmen, könne man derzeit nichts sagen, sagte Merz. „Auch für dieses Gebiet werden alle Einwendungen geprüft“, so der Sprecher.

Die Planungsfirma 

Die Gemeinde Morschen hat mit der Dresdener Firma „WSB Neue Energien Holding GmbH“ bereits einen Vertrag für die Nutzung gemeindeeigener Flächen am Steinkopf geschlossen. Das teilte WSB-Pressereferentin Kathrin Balzer mit. Sollten Windräder auf dem Steinkopf errichtet werden, würden daher die Gemeinde und deren Bewohner direkt profitieren, so Balzer.

Zur Zahl der geplanten Anlagen, der Größe der Windräder und der Investitionssumme wollte Balzer noch keine Angaben machen, da nicht klar sei, ob das Gebiet als Windvorrangfläche ausgewiesen wird. „Solange diese elementare Entscheidung nicht getroffen ist, wären Aussagen zur konkreten Windparkplanung verfrüht“, erklärt Balzer.

„Das Gebiet am Steinkopf hat Potenzial für die umweltfreundliche Stromerzeugung aus Windenergie. Wir würden uns freuen, wenn es Eingang in die Regionalplanung für Nordhessen findet“, teilt Balzer mit.

Windradpläne in der Region

Vorrangflächen

Im Teilregionalplan Energie sind für den Kreisteil Melsungen bislang folgende Windvorrangflächen vorgesehen:

• Felsberg: Quillerkopf und Falkenkopf (Markwald)

• Spangenberg: Stölzinger Höhe, Glasebach, Katzenstirn und Wildsberg

• Morschen: Bornbergskopf

Projekte

• Auf dem Falkenkopf im Markwald bei Felsberg will die Firma Ventotec sechs Windräder mit einer Höhe zwischen 170 und 200 Metern bauen. Das Planungsverfahren läuft laut Bürgermeister Volker Steinmetz noch. „Es zeichnet sich ab, dass es keine wesentlichen Hürden gibt“, so Steinmetz. Den Zeitpunkt des Baubeginns konnte er aber nicht nennen.

• Auf der Stölzinger Höhe bei Spangenberg plant die Windfarm Spangenberg-Stölzinger Höhe GmbH & Co. KG zwölf Anlagen mit einer Höhe von etwa 140 Metern. Vor dem Herbst 2016 sei aber nicht mit Waldrodungen zu rechnen - das hatte Bürgermeister Peter Tigges beim Lesertreff zur Bürgermeisterwahl angekündigt. Gegen die geplanten Windräder auf der Stölzinger Höhe engagiert sich eine Bürgerinitiative.

Gewünschte Flächen 

Auf dem Mönchskopf bei Altenbrunslar möchte die Waldinteressentenschaft „Die Mark“ von der Firma Ventotec sechs Windkraftanlagen mit einer Höhe von je 134 Metern errichten lassen. Die Stadt Felsberg möchte deshalb beantragen, dass das Gebiet als Windvorrangfläche ausgewiesen wird. Die Bewohner von Altenbrunslar sehen das zum Teil kritisch. Deshalb hat der Ortsbeirat nun beschlossen, die Altenbrunslarer per Flyer nach ihrer Meinung zu fragen.

Quelle: HNA

Kommentare