X-Factor-Sieger kommt ins Kulturzelt

Mrs. Greenbird im HNA-Interview: „Man muss auf sich aufpassen“

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Stehen am 9. Juni auf der Kulturzelt-Bühne: Sarah Nücken und Stefan Brückner als Mrs. Greenbird.

Wolfhagen. Der Weg von Mrs. Greenbird bei der TV-Casting-Show X-Factor im vergangenen Jahr war ein glatter Durchlauf. Erwachsen und sehr eigenständig drückten Sarah Nücken und Steffen Brückner der 2012er Staffel ihren ganz eigenen Stempel auf.

Wie es dem charismatischen Duo seit dem Sieg ergangen ist und worauf sich die Besucher ihres Auftritts beim Wolfhager Kulturzelt-Festival am Sonntag, 9. Juni, ab 20 Uhr freuen dürfen, verriet Sängerin Sarah Nücken während eines Tourstopps in Magdeburg im Gespräch mit HNA-Mitarbeiter Sascha Hoffmann.

Wie läuft die Tournee?

Sarah Nücken: Wir sind ja schon eine Weile unterwegs, und es macht riesigen Spaß. Eine ganz neue Erfahrung, denn vor X-Factor waren wir nie richtig auf Tournee. Es ist sehr, sehr schön und emotional. Ich genieße den Fan-Kontakt. Natürlich ist es auch anstrengend. Wir haben gerade die 9000-Kilometer-Marke geknackt, fahren selber, schlafen auch nicht sehr viel.

Ist es ein hoher Preis, den Sie für Ihren Erfolg zahlen müssen?

Nücken: Im Großen und Ganzen sind wir echt dankbar. Es gibt natürlich immer Phasen, in denen man auf sich aufpassen muss, aber wir können uns nicht beschweren.

Haben Sie zwischendurch auch mal Zeit, in Ihr altes Leben zurückzukehren?

Nücken: Nicht wirklich. Seit November waren wir ganze vier Wochenenden zuhause, sind nonstop unterwegs. Es ist immer etwas zu tun, zu machen und zu organisieren, beispielsweise haben wir gerade eine Live-DVD aufgenommen. Und wenn wir einmal nicht auf der Bühne stehen, haben wir Fernsehauftritte oder sind bei Radiosendern zu Gast.

Können Sie das Wort X-Factor überhaupt noch hören?

Nücken: X-Factor war nur eine kleine Station auf unserer Reise, wir haben ja auch davor schon ganz viel Musik gemacht. Es war eine kurze, schöne Zeit, wir definieren uns aber ganz sicher nicht über das große X.

Aber ohne das große X wären Sie sicher etwas öfter zu Hause, oder?

Nücken: Das stimmt (lacht).

Ihnen scheint mit Mrs. Greenbird etwas zu gelingen, was anderen Casting-Show-Gewinnern auch nach Jahren verwehrt bleibt. Sie werden als ernstzunehmende Musiker wahrgenommen. Woran liegt das?

Nücken: Vielleicht an der Tatsache, dass wir in den Live-Shows nie eins zu eins gecovert haben und immer so unser Ding aus den Songs gemacht haben. Das steht schon für eine gewisse Eigenständigkeit. Auf unserer Platte sind ja bis auf zwei Coversongs auch nur eigene Stücke, vielleicht hilft uns das dabei.

Vielleicht auch die Tatsache, dass Sie unglaublich sympathisch und authentisch rüberkommen. Wie schwer ist es, sich in der Plattenfirmenmaschinerie treu zu bleiben?

Nücken: Schwer ist es nicht, aber sehr viel Arbeit. Wir sind in alle Prozesse eingebunden, selbst bei kleinen Entscheidung. Bei unserem Merchandise war es uns zum Beispiel sehr wichtig, dass nur faire Produkte verkauft werden, da haben wir uns durchgesetzt. Wenn uns etwas nicht gefällt, dann sagen wir das auch. Alles haben wir aber noch nicht geschafft, ein Logo mit einem kleinen Vogel fehlt uns etwa noch.

Wo wir gerade bei dem kleinen Vogel sind. Was hat es denn mit Ihrem Bandnamen auf sich?

Nücken: Unser Bandname hat mit Klaus-Dieter zu tun, das war der ehemalige Wellensittich von Steffen. Der hat sich immer eine grüne Vogeldame gewünscht. Einige wurden ihm vorgesetzt, die dem Kleinen aber nie wirklich gefallen haben. Er hat sie allesamt gepiekt, die Vogeldamen mussten sich schließlich ein anderes Zuhause suchen. Irgendwann ist Klaus-Dieter von seiner Stange gefallen und vor Einsamkeit gestorben. In Gedenken an ihn haben wir uns Mrs. Greenbird genannt.

Sie beenden mit Ihrem Konzert die diesjährige Kulturzelt-Saison. Worauf darf sich Wolfhagen freuen?

Nücken: Auf knapp zwei Stunden handgemachte, überwiegend akustische Musik mit Einflüssen aus Folk und Country. Wir freuen uns auch!

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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