Mühlhäuser Brücke: Im November wieder befahrbar

Bald wieder frei: Die Mühlhäuser Brücke.

Mühlhausen. Die Tage der Behelfsbrücke in Mühlhausen sind gezählt, denn die Sanierung der Gewölbebrücke ist fast abgeschlossen. Ab der ersten Novemberwoche soll sie wieder befahrbar sein.

Vor genau einem Jahr begannen die Arbeiten am historischen Bauwerk. Ursprünglich hätte es bereits im Mai fertig sein sollen, doch der harte Winter verzögerte die Arbeiten um Monate.

Die Mühlhäuser Einwohner brachten Geduld und Verständnis für die Verzögerung auf, da der Verkehr über die Behelfsbrücke weiterlaufen konnte, sagte Reinhold Rehbein vom Kasseler Amt für Straßen- und Verkehrswesen. Die Kosten beliefen sich trotz der Verzögerung auf die vorgesehenen 700 000 Euro.

Die Brücke wurde bis auf die Gewölberinge abgetragen und anschließend das Gestein auf seine Belastbarkeit untersucht. Als das Bauwerk vor über 100 Jahren errichtet wurde, hatte es nur Pferdefuhrwerke tragen müssen. Um den Belastungen moderner schwerer Landmaschinen stand zu halten, war die Sanierung nötig geworden.

Fahrbahn bleibt einspurig

Neben der Statik ging es aber auch um die Optik der Brücke, sagte Reinhold Rehbein. „Der Mörtel bröselte aus den Fugen, die Steine waren marode und teilweise durch die hohen Lasten verdrückt“, sagte er. Weil die Brücke unter Denkmalschutz steht, achteten die Planer darauf, möglichst viel verwertbares Original-Material wieder zu verbauen. Die neue Brücke wird auch wie vor der Sanierung nur eine einzige Fahrbahn haben: „Das reicht für die Zahl der Autos, die dort fahren, völlig aus“, sagte Rehbein.

Zeitgleich zu den Arbeiten an der Brücke wurden auf der Mühlhausener Seite noch zwei 1,40 Meter breite Rohre im Erdreich verlegt. Sie führen an der Brücke vorbei und dienen dem Hochwasserschutz. Der tat dringend Not, denn in der Vergangenheit liefen bei starkem Regen viele Keller in Mühlhausen voll.

„Bei Hochwasser ist die Brücke ein Hindernis“, sagt Dr. Reiner Braun, der die Arbeiten zum Hochwasserschutz und der Renaturierung bei Mühlhausen leitet. Wo früher das Wasser gestaut wurde, soll es bei erhöhtem Pegelstand über eine Mulde in die beiden Rohre fließen und so drohendes Hochwasser verhindern.

Da auch diese Arbeiten fast abgeschlossen sind, muss die Grube an der Baustelle bald nur noch mit Erde aufgefüllt werden. Für die Zeit von Montag, 4. Oktober, bis Samstag, 16. Oktober, ist der Straßenbau geplant. Dann müssen sich die Mühlhäuser Einwohner allerdings umstellen, denn dann ist die Straße komplett gesperrt. Auch die Behelfsbrücke wird in diesen zwölf Tagen nicht mehr befahrbar sein.

Quelle: HNA

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