Das Mühlenfest in Schorbach bot Einblicke in die Geschichte und Arbeitsweise

Mühsam erarbeitetes Brot

Das Herzstück der Mühle: Konrad Kurz stellte beim Mühlenfest in Schorbach das Wasserrad vor. Mittels Wasser werden auch heute noch die Maschinen in der Reparaturwerkstatt betrieben. Fotos: Decker

Schorbach. Rund 150 Besucher strömten am Pfingstmontag in die alte Tenne der Steinmühle in Schorbach, um mit einem Gottesdienst den bundesweiten Mühlentag festlich mit Posaunen und Gesang zu beginnen.

Familie Kurz hatte gemeinsam mit dem Förderverein Steinmühle den Platz rund um die Mühle festlich geschmückt und ein buntes Programm für den Tag vorbereitet. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, sich von Konrad Kurz die Geschichte und Arbeitsweise der Mühle bei einer Führung erklären zu lassen.

Die 1592 erstmals urkundlich erwähnte Steinmühle war bis in die 1920er-Jahre eine Mahl-, Öl- und Schneidmühle, danach nur noch eine Mahl- und Sägemühle. 1978 gab Kurz sein Gewerbe auf, da er für einen Zentner Mehl mahlen nur noch 3,50 DM erhielt, seine Mühle am Tag jedoch höchstens zwölf Zentner mahlen konnte. Den Tagesverdienst von 42 Mark teilte er mit einem Helfer. Es war die Zeit des Mühlensterbens.

2001 gründete sich der Förderverein Steinmühle, um die Gebäude und Gerätschaften vor dem Verfall zu bewahren. Bei dem Rundgang zeigte sich die mühsame Arbeit des Müllers, denn es galt nicht nur, das Korn zu Mehl zu mahlen, sondern der Müller führte auch alle Reparaturen an seinen Maschinen selbst aus.

Wasser betreibt Maschinen

Die Maschinen in der kleinen alten Reparaturwerkstatt können auch heute noch mit Wasser betrieben werden. Auch der Mühlengraben, der für die Steinmühle zwei Kilometer lang ist, musste einmal im Jahr von Unkraut befreit und ausgegraben werden. Mehrere Tagelöhner erledigten dies in wochenlanger Arbeit für Kost und Logis.

Die Steinmühle war eine kleine Lohnmühle. Der Müller fuhr mit einem Eselskarren von Dorf zu Dorf und sammelte das Getreide bei den Bauern ein, später lieferte er das fertige Mehl wieder ab. Aus dieser Zeit stammt noch der Hausname „Steinmühler Esel“ für die Bewohner der Steinmühle. Das Herzstück der Mühle war und ist das 4,25 Meter hohe Mühlrad, welches vom Wasser der Grenff und des Schorbaches angetrieben wird.

Die Besucher genossen Essen und Trinken, die Vorführung der Kindertrachtengruppe aus Loshausen und die Musik der Posaunenchöre Ottrau und Berfa. Die Kinder konnten auf Ponys reiten, sich in einer Hüpfburg austoben oder schminken lassen.

„Wir können das Fest nur veranstalten, weil wir viele Mühlenfreunde haben, die ehrenamtlich mithelfen“, erzählte Jürgen Kurz. Der Gewinn aus dem Fest soll für die Fassadensanierung verwendet werden.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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