Multifunktionshaus für Züschen - die Stadt soll verhandeln

Von vielen Vereinen wird das evangelische Gemeindehaus in Züschen bereits genutzt: Jetzt soll die Stadt mit der Kirche über einen Kauf oder einen langfristigen Mietvertrag verhandeln, damit aus dem Gebäude ein Multifunktionshaus werden kann. Foto: Zerhau

Züschen. Am Ende war die Wirtschaftlichkeit ausschlaggebend. Und die spricht nach Meinung der meisten Fritzlarer Stadtverordneten gegen den Ratskeller. Das Gebäude in Züschen soll nicht im Zuge der Dorfentwicklung zu einem Multifunktionshaus umgebaut werden.

Stattdessen soll der Magistrat mit der evangelischen Kirche über einen (Teil-) Ankauf des evangelischen Gemeindezentrums oder einen langfristigen Mietvertrag verhandeln. Das ist das Ergebnis der Sitzung am Donnerstag. „Der Ratskeller ist ein Fass ohne Boden. Das ist für die Stadt Fritzlar nicht zu stemmen“, betonte CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Hans-Gerhard Heil. Sein Fraktionskollege Ingmar Theiß rechnete anhand der ersten Kostenschätzungen vor: Eine Nutzung des Gemeindehauses wäre etwa 650 000 Euro günstiger als die Variante Ratskeller. Für die Sanierung und die Einrichtung einer Wohnung im Ratskeller würden etwa 998 000 Euro fällig, für die Sanierung des Gemeindehauses 330 000 Euro.

Martin Hannappel (SPD) ist das nicht konkret genug. Seine Fraktion stellte den Antrag, den Tagesordnungspunkt zurückzuziehen, bis „wir mehr Erkenntnisse haben“. Für das Gemeindezentrum lägen keine genauen Zahlen vor, schließlich sei unklar, zu welchen Konditionen das Haus von der Kirche gekauft werden könnte. „Es ist etwas nebulös“, erklärte Hannappel.

Gerlinde Draude (SPD) knüpfte daran an. „Es ist eine schwierige Entscheidung, ohne genaue Zahlen können wir nicht zustimmen.“ Die Stadtverordnete brachte zwei weitere Möglichkeiten ins Spiel: ein Neubau und eine Kooperation mit dem Nachbarort Naumburg-Heimarshausen. „Wir kooperieren an so vielen Stellen. Warum kann man nicht sagen, wir nutzen zusammen ein Gemeinschaftshaus“, ergänzte Karin Kreutzmann (SPD). Diese Überlegung komme in der Diskussion zu kurz.

Einigkeit unter den Stadtverordneten herrschte bei den anderen beiden Projekten, die aus der Dorferneuerung finanziert werden sollen: die energetische und bauliche Sanierung der Dorfgemeinschaftshäuser in Geismar und Ungedanken. Ein entsprechender Förderantrag soll beim Landkreis als zuständige Genehmigungsstelle gestellt werden.

Quelle: HNA

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