Rohes Fleisch birgt Risiko für Menschen mit Immunschwäche

Multiresistente Keime können in Mett lauern

Multiresistente Keime in der Tierhaltung sind nicht ungewöhnlich. Das bestätigt Dr. Josef Frangenberg, Amtstierarzt beim Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Kassel.

Wolfhager Land. Grundsätzlich bestehe aber kein Grund zur Panik. Ob multiresistente Keime eine Gefahr für Menschen und Tiere darstellten, hänge von den jeweiligen Umständen ab. „Das Risiko, sich über die Nahrung zu infizieren, ist eher gering“, sagt Frangenberg. Etwa 30 Prozent aller Menschen würden multiresistente Keime im Nasen- und Rachenraum tragen - ohne daran zu erkranken. Gefährlich seien die Keime für Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist. Frangenberg rät älteren Menschen, Immungeschwächten und Schwangeren vom Verzehr rohen Fleisches ab.

Ein ernstzunehmendes Problem sei die Ansteckungsgefahr in Krankenhäusern. Hier würden sich die meisten Menschen infizieren. Grund sei der viel zu hohe Antibiotikaverbrauch sowohl beim Menschen als auch in der Tierhaltung. Dabei könne die Gefahr durch bessere Haltungsbedingungen und Impfungen reduziert werden. „Ein großes Problem ist auch, dass Antibiotika nicht konsequent angewendet werden. Dadurch werden resistente Keime regelrecht herangezüchtet“, sagt der Amtstierarzt. Ob ein Viehbestand von multiresistenten Keimen betroffen ist, spielt bei der Fleischbeschau und der Zulassung des Fleisches zur Weiterverarbeitung und zum Verzehr keine Rolle. Infizierte Tiere können normal geschlachtet und das Fleisch verarbeitet werden. Zudem könne Fleisch auch nach der Schlachtung infiziert werden.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung in Berlin (BfR) meint dazu: „Mettwurst ist in jedem Fall ein Problem.“ Auch andere Wurstspezialitäten aus nicht gekochtem Fleisch bergen Risiken. Allerdings gelte diese Warnung nicht nur wegen MRSA, sondern auch wegen der Gefahr, sich etwa mit Salmonellen zu infizieren. (ows/alh/ewa) 2. SEITE

Quelle: HNA

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