Rauchen und regelmäßiger Alkoholgenuss sind Hauptursachen für Kopf-Hals-Tumore

Mundkrebs durch Nikotin

Schwalm-Eder. Bei mir wurde das Humane Papillom Virus festgestellt. Ich habe gelesen, dass es auch Tumore in Kopf und Hals auslösen kann und bin jetzt verunsichert. Stimmt das?“, fragt eine Leserin.

Antworten hat der Kasseler Hals-Nasen-Ohren-Arzt Basim Elias Saad:

„Das Humane Papillom- Virus (HPV) ist in der Lage, einen bösartigen Tumor in der Mundhöhle, seltener im Bereich des Kehlkopfs zu begünstigen, allerdings ist das sehr selten“, sagt Saad. Das Virus kann durch bestimmte Sexvarianten in die Mundhöhle gelangen.

Die Hauptursache für Tumore im Kopf- und Halsbereich ist aber nicht das HPV. „Die Hauptursachen für bösartige Geschwulste in diesem Bereich sind Alkohol und vor allem Nikotin, fatal in Kombination“, betont der HNO-Arzt. Von 100 Betroffenen rauchen und trinken laut Saad 95.

Tumore im Kopf- und Halsbereich gehören zu den fünft-häufigsten Krebsarten. Werden die Tumore früh erkannt und entfernt, besteht eine große Überlebenschance. „Die Heilungswahrscheinlichkeit bei Kehlkopftumoren liegt bei 80 Prozent“, sagt der HNO-Spezialist. Dies hängt davon ab, wie groß der Tumor ist, ob er Lymphknoten befallen und Fernmetastasen gebildet hat.

Das Problem: Im Kopfbereich befinden sich viele Hohlräume. Darin können sich Tumore lange entwickeln, ohne Schmerzen zu verursachen. Dauert eine Heiserkeit oder das Gefühl eines Fremdkörpers im Nasen- oder Rachenraum länger als zwei bis drei Wochen an, sollte man die Ursachen abklären lassen.

Handelt es sich um einen bösartigen Tumor, wird der in der Regel entfernt. „Mit moderner Lasertechnik können wir millimetergenau arbeiten“, sagt Saad. Gleichzeitig werde das Gewebe durch den Laserstrahl versiegelt. Bei kleinen und mittelgroßen Tumoren könne mit der Methode in der Regel auch der Kehlkopf erhalten werden. STICHWORT

Von Mirko Konrad

Quelle: HNA

Kommentare