Land will Arbeiten über drei Jahre strecken – Angler vermissen Grundsanierung

Munition im Schlamm

Warnung: Im Ziegenhainer Wallgraben lagern explosive Funde.

Ziegenhain - Zu einer nicht öffentlichen Informationsveranstaltung zum Thema Kampfmittelbeseitigung im Wallgraben hatte am Mittwoch das Justizministerium ins Ziegenhainer Rathaus eingeladen.

Das Ministerium bestätigte auf Anfrage der HNA, dass Vertretern von Behörden und Gremien das Gutachten vorgestellt wurde, auf dem die weiteren Planungen zur Räumung der Altlasten aus dem 2. Weltkrieg basieren werden.

Noch bis zum 9. November laufe das Ausschreibungsverfahren, das sich an Experten für Wasserbau richtet, heißt aus dem Ministerium. Danach erst werden sich Baumanagement, Kampfmittelräumdienst und Stadt abstimmen in welchen Abschnitten man arbeiten wird. Nach Spundungen werden die Gräben teilweise trockengelegt, anschließend können Munitionsreste und Schlamm beseitigt werden.

Schon jetzt sei klar, dass nur in sehr kleinen Etappen gearbeitet werden könne, erklärte der Ministeriumsssprecher, denn es könnte sonst Probleme mit den Grundwasserspiegel geben. Die Konsequenz: Die Arbeiten werden sich über drei Jahre hinziehen. Das Gutachten stellt nach Angaben des Ministeriums dem Wallgraben ein gutes ökologisch Zeugnis aus. Demnach wird nur stellenweise ausgebaggert und entschlammt.

Darüber zeigte sich Mathias Reitz, Vorsitzender des Fischereiclubs Neptun, enttäuscht. Er sieht damit keine grundlegende Sanierung des Wallgrabens gegeben. Dennoch seien die Angler froh, wenn sie wieder an dem Gewässer angeln könnten.

„Wir sind reduziert zufrieden, das ist besser als gar nichts“, erklärte Reitz im Gespräch mit der HNA. Der Angelsportverein kann den Wallgraben bereits seit vier Jahren nicht mehr nutzen, die Pflege beschränkt der Verein auf die Uferbereiche.

Bei den zu räumenden Kampfmitteln handelt es sich überwiegend um Handgranaten und Gewehre, die vermutlich zu Kriegsende abrückende Soldaten dort zurückließen.

Das Justizministerium hält es für unwahrscheinlich, dass davon eine konkrete Gefahr ausgeht, da die Munition im Laufe der Jahre vermutlich durch eine dicke Schlammschicht überdeckt ist. „Aber wir sagen ehrlich, dass wir nicht alles ausschließen können. Deshalb wird die Munition ja ausgegraben.“

Insgesamt will das Land sechs Millionen Euro in die Beseitigung der explosiven Funde investieren.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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