Untersuchung im Gasterfelder Holz

Munitionsreste bei Wolfhagen: Tests starten noch in diesem Jahr

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Wege sind gesperrt: Bestimmte Bereiche im Gasterfelder Holz bei Wolfhagen sind für Besucher tabu.

Wolfhagen. Die Suche nach alter Munition im Gasterfelder Holz macht Fortschritte: In dem gut 260 Hektar großen Areal wurden jetzt sogenannte Testfelder eingerichtet, insgesamt 20 Hektar groß.

Mit der Untersuchung dieser Fläche soll noch in diesem Jahr begonnen werden, sagt Dominique Meyer, Servicebereichsleiter des Bundesforstbetriebes Schwarzenborn.

Wie viel und welche Formen von Munition in dem Gebiet nahe der Gemeinschaftsunterkunft Pommernanlage noch immer liegen, ist unklar und soll durch die Untersuchung der Testfelder geklärt werden. Mit einer Sonde werden dann Mitarbeiter einer Spezialfirma die Testgebiete untersuchen und „alles rausholen, was die Sonde anzeigt“, erklärt Meyer. Erst danach könne man dann einschätzen, wie groß die Gefahren tatsächlich sind.

Grundlage für die Untersuchung der Testfelder sind die historisch-genetischen Recherchen, die im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden. Alle alten Unterlagen zum Gebiet wurden dafür zusammengetragen und untersucht. „Das ist unsere Bibel“, sagt Dominique Meyer.

Derzeit läuft die Ausschreibung des Untersuchungsauftrags durch den Landesbetrieb Bau und Immobilie Hessen (LBIH). Noch in diesem Jahr soll dann mit den Arbeiten auf dem Testgelände begonnen werden. „Anhand der Funde können dann die weiteren Maßnahmen eingeschätzt werden.“

Wichtig sei das strikte Wegegebot, sagt Meyer. Im Bereich des Gasterfelder Holzes dürften die gekennzeichneten Wege unter keinen Umständen verlassen werden, betont er. Weil viele Flüchtlinge die Abkürzung durch den Wald in die Stadt nutzen, wurden die Wege entsprechend gekennzeichnet und mehrsprachige Schilder angebracht, die auf mögliche Gefahren in dem Areal hinweisen.

Hintergrund

Im Zweiten Weltkrieg war in der Luftmunitionsanstalt (Muna) Wolfhagen im Gasterfelder Holz von zivilen Personen, verstärkt aber auch von Zwangsarbeitern, vorwiegend Flakmunition hergestellt worden. Die Munition wurde in mehr als 100 Bunkern gelagert, die sich alle im Wald bei Gasterfeld befanden. Kurz vor Kriegsende, als die amerikanischen Truppen auf Wolfhagen zurollten, wurden ein Großteil der Bunker und andere Gebäude der Muna Ende März 1945 von der deutschen Wehrmacht gesprengt. Dabei gab es einige Todesopfer. Nun wird davon ausgegangen, dass ein Teil des Waldes mit Blindgängern und Munitionsresten belastet ist. 

Quelle: HNA

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