Musical Stalag IX A feierte Premiere: Spiel um Liebe und Leid

Treysa. Leid, Unterdrückung und Machtkämpfe, Liebe und Freundschaft, Tod und die Hoffnung auf eine Welt ohne Kriege – das Musical Stalag IX A feierte am Samstag in der ausverkauften Treysaer Festhalle eine fulminante Premiere.

525 Zuschauer ließen sich auf eine historisch angelehnte Reise ins Kriegsgefangenenlager Trutzhain mitnehmen.

Musical Stalag IX A feierte Premiere: Spiel um Liebe und Leid

Mehrere Monate hatte sich das 25-köpfige Ensemble – alles Laiendarsteller – intensiv vorbereitet. Das dreieinhalbstündige Stück aus der Feder von Tobias Geißel und Sören Flimm hatte alles, was auch große Musicalproduktionen bieten: eingängige Texte, eine dicht gewebte und spannende Geschichte und perfekt harmonierende Stimmen. Das Bühnenbild intensivierte die düstere Stimmung des Kriegsgefangenenlagers, die Szenen wirkten authentisch und ließen dem Publikum eins ums andere Mal einen Schauer über den Rücken kriechen.

Dramaturgisch überzeugend

 

Beeindruckend präsent agierten unter anderem Armin Honisch als Oberst Freimuth und Daniel Schneider als der intrigante Major Reisser. Während der Oberst das Regime kritisch hinterfragt, prägt der Major das Bild des machtbessenenen und brutalen Gefolgstreuen – ein schauspielerisch hervorragend inszeniertes Wechselspiel. Im Mittelpunkt der Geschichte standen die beiden Kriegsgefangenen Pierre (Sören Flimm) und Pascal (Björn Diebel), die sich unter widrigsten Lebensbedingungen ewige Freundschaft schwören.

Sowohl stimmlich als auch schauspielerisch zeichneten die Akteure ihre Figuren vielschichtig und dramaturgisch überzeugend nach. Herausragend besetzt war auch die Hauptrolle der Marie, einer Kindergärtnerin, in die sich Pierre verbotenerweise verliebt. Ina Yasmin Kraus brillierte mit spontaner und natürlicher Ausstrahlung, einem starken und facettenreichen Timbre in der Stimme und nuancierter Aussprache. Für einen furiosen Spannungsbogen sorgte der beruhigend wirkende Erzähler, Pfarrer Lejaune (Frank Lang).

Überzeugend: Katrin Feit als Verwaltungsdame Marta.

Pfiffige Ideen hatten sich die Choreografen Alexander und Daniel Wiegratz einfallen lassen. Beim Saufgelage in der Kommandatur klopften die Akteure mit Flaschen den Rhythmus, die Verwaltungsdamen – akkurat in Reih unds Glied sitzend – schlugen synchron kokett die Beine übereinander, warfen Papier hinter sich und probten den gemeinsamen Augenaufschlag. Dazu wurden alle Szenen ins perfekte Licht gerückt, die technische Abmischung wirkte zu jeder Zeit ausgefeilt und stimmig.

Nach mehr als drei Stunden endete die Geschichte zwar dramatisch, eine Botschaft gab das Ensemble dem Publikum jedoch mit auf den Weg – wie stark das Band der Freundschaft uns Menschen trägt. Die beeindruckten Zuschauer feierten die Akteure mit minutenlangem Applaus und frenetischem Jubel.

• Weiteres Mal zu sehen am Sonntag, 22. April, 19.30 Uhr, Karten erhältlich in den HNA-Geschäftsstellen

Quelle: HNA

Kommentare