Der Musical-Star zum Umarmen

Sängerin Angelika Milster in der Kulturfabrik

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Stargast: Angelika Milster in der Kulturfabrik.

Melsungen. Als sich Angelika Milster 1983 in Wien durch die Premiere des Musicals Cats als Katze Grizabella schnurrte und mit dem Lied Erinnerung für den Höhepunkt des Webber-Musicals sorgte, war sie eine unter vielen.

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Wenige Jahre später aber avancierte sie durch diese Rolle zum Star des deutschsprachigen Musicals. Als Stargast gastierte die 59-Jährige am Samstag im Rahmen des Konzertprogramms, mit dem der Verein Harmonie-Musik Melsungen in der Kulturfabrik Melsungen sein 40-Jähriges Bestehen feierte.

Es war ein Konzertabend, von dem die begeisterten 700 Besucher sicher noch lange schwärmen werden: klangvoll, herzlich, persönlich. Mit einem Star, ohne jede Allüren, dafür aber mit persönlicher Strahlkraft und einem jungen Orchester, das vor Aufregung schwitzte, von ihrem Dirigenten und Leiter Karsten Heyner aber mit Humor und Souveränität zu Höchstleistungen angespornt wurde. Ebenfalls ein Pluspunkt: HR4-Moderatorin Britta Lohmann, die mit Charme durch den Abend führte.

Die festliche Veranstaltung war in drei Blöcke aufgeteilt. Zum Auftakt spielte das von Bläsern dominierte Harmonie-Musik-Orchester und bot Klassisches wie den Triumphmarsch aus Aida, gefolgt von einem Folk-Medley, dem sich zur Freude des Publikums ein Peter Maffay-Medley anschloss.

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Dann der Höhepunkt des Abends: Angelika Milster, begleitet von ihrem Pianisten Jürgen Grimm. Was für eine Stimme, was für eine Bühnenpräsenz – und was für ein urkomisches Naturtalent: als gespielt zickige Diva stolpert sie auf die Bühne, singt in stolzen Posen „Ich bin ein Star“ und zeigt sich gleich darauf als Original mit urigem Mutterwitz: „Ich singe nun über Norma Desmond, die krank wurde, weil sie mit dem Alter nicht klar kam – ich arbeite daran.“ Von der herzlichen Ulknudel zur Gefühlssängerin ist es für Angelika Milster nur ein kleiner Schritt. Edith Piafs „La vie en rose“ erklingt. Dann „Ich war gerade 18 Jahr“, ein Stück, das die Liebe einer reifen Frau zu einem jungen Mann beschreibt. Wunderbar singt sie auch dieses Lied, lässt ihre Stimme leuchten und kokettiert dabei mit ihrem Alter: Bei der Textzeile „Ich zähle zweimal 18 Jahr“ korrigiert sie lächelnd per Fingerzeig, streckt drei davon in die Höhe. Im dritten Block singt sie begleitet von dem Orchester das Cole Porter-Stück „Night and day“ und schließlich das Lied, auf das alle gewartet haben. „Memory“ aus dem Musical Cats. Ihr Stück. Das Publikum feiert Angelika Milster, den Star zum Umarmen, im Stehen und erklatscht sich noch einige Zugaben.

Quelle: HNA

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