Sponsoren zahlten Gagen

Musik fuhr ins Herz und in die Beine: Benefizkonzert mit „Aufwind“

Spielten in der Nikolaikirche: von links Claudia Koch, Hardy Reich, Janek Skirecki, Andreas Rohde, Jan Hermerschmidt. Foto: Dürr

Felsberg. Die Formation „Aufwind" gastierte am Freitag in der Felsberger Nikolaikirche. Organisiert hatte das Benefizkonzert das Projekt „Synagogue Center Felsberg". Nach dem Ruf „Sheenem Mazeltov“ legten die fünf Musiker aus Ost-Berlin los.

Claudia Koch (Violine, Gesang), Hardy Reich (Mandoline, Banjo, Gesang), Andreas Rohde (Gesang, Bandoneon), Jan Hermerschmidt (Klarinette, Flöte, Gesang) und Janek Skirecki (Gesang, Bass) unterhielten mit Klesmer-Musik, die mit dichtem, farbenreichen Klang in Herz und Beine fuhr.

Ums Essen drehte sich fast alles an diesem Abend. Es wurde mitreißend, fröhlich und augenzwinkernd besungen.

Herrlich, wie Koch eine tratschende Frau besingt, deren Gerüchte sich im Dorf immer mehr verdrehen und verwickeln. Es wurde der gefüllte Fisch besungen, der traditionell nach der Sabbat-Feier serviert wird, oder die Vorteile eine Hähnchens gegenüber dem Tofu. Besungen wurde auch der Betrunkene, der nachts nach Hause stolpert und sich mit dem Mond anlegt, weil der noch nüchtern ist - man konnte förmlich miterleben, wie er durch die Nacht torkelt, immer wieder stehen bleibt und sinniert. Dazwischen gab es mitreißende Tanzmusik, poetische Balladen, alles mit großer Spielfreude interpretiert.

Mit solistischem bis fünfstimmigen Gesang zu Instrumenten wurde jiddisch gesungen. Inhaltliche Erklärungen vor den Liedern ließen verstehen, worum es ging. Klesmer hat sich über Jahrhunderte in Osteuropa unter den Juden entwickelt und enthält rhythmisch wie auch tonal viele Elemente der Musik Südosteuropas. Auch das Besingen der fahrenden Musiker fehlte nicht, die den Klesmer ehemals von Ort zu Ort trugen.

Am Ende Jubel

Schnell hatten die Musiker die Zuhörer gepackt, und der Applaus steigerte sich von Lied zu Lied bis zum Jubel am Ende. Erst nach zwei Zugaben verließ Aufwind die Bühne.

Das Benefizkonzert der Gruppe Aufwind wurde vom Projekt „Synagogue Center Felsberg“ organisiert: Die Verantwortlichen wollen Judentum in Felsberg wieder konkret erlebbar machen und dazu die Synagoge erwerben und wieder aufbauen.

Erfreulicherweise wurde die Gage der Musiker durch Sponsoren getragen, so dass der Eintritt voll dem Verein zugute kommt.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

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