Musik ist ein Geschenk

160 Posaunenbläser trafen sich in Hephata zum Bläsertag

In der Region bekannt: Der aus Gilserberg stammende Prof. Dr. Christian Sprenger leitete am Samstag das Seminar anlässlich des Bläsertages in Treysa. Fotos: Decker

Treysa. Aus rund 50 Orten, von Hofgeismar bis Bad Orb, von Bad Hersfeld bis Marburg, waren die Bläser angereist. Gespannt erwarteten sie ihren Dirigenten für diesen Tag, mit dem sie gemeinsam neue Stücke einüben wollten, um am Abend in der Hephata-Kirche ein Konzert zu geben.

„Ihr seid mein bisher größter Workshop“, begrüßte Prof. Dr. Christian Sprenger die Musiker und fuhr fort: „Und ihr seid auch mein bisher heimatnächster“. Denn der Professor für Posaune, der in Weimar unterrichtet, ist in Gilserberg aufgewachsen. Mit neun Jahren begann er dort bei seinem Vater im Posaunenchor mit dem Trompete spielen. Bereits mit 16 Jahren studierte er parallel zur Schule Posaune an der Musikhochschule in Frankfurt am Main, in Freiburg beendete er sein Studium. Im Anschluss spielte er knapp zehn Jahre als Soloposaunist im Rundfunk-Sinfonieorchester in Berlin, bevor er 2009 die Professur für Posaune in Weimar übernahm. Zusätzlich hat er in den vergangenen fünf Jahren über 40 Workshops in ganz Deutschland gegeben. „Für mich als Profimusiker ist das die Gelegenheit, den vielen kirchlichen Bläsern, die jede Woche proben, die Gottesdienste und Beerdigungen mit ihrer Musik begleiten, etwas zu schenken“, verriet der Musikprofessor seine Motivation.

Sprenger begann den Workshop mit intensiven Atemübungen. Ohne Instrumente ließ er die Bläser atmen, summen, singen und lachen. „Neben den Lippen und der Zunge ist die Atmung für das Spiel entscheidend“, erläuterte er den Teilnehmern. Als Sprenger den Choral „Lobe den Herren“ summte, bekam er für diese Leistung spontanen Applaus. Doch mit den richtigen Übungen gelang es bald allen Teilnehmern, den Choral ebenfalls sehr überzeugend zu summen.

Satter Klang: Das Einstudierte wurde am Abend in einem Konzert präsentiert.

So eingestimmt, wagten sich die Bläser - jetzt mit ihren Instrumenten - an die ersten Stücke. Christian Sprenger hatte bekannte Choräle mitgebracht, deren Notensatz jedoch von ihm bearbeitet worden waren. „Jeder Choral hat eine Färbung und löst bei jedem Spieler eine persönliche Erinnerung aus. Ich habe diese Erinnerung in meine Kompositionen einbezogen“, so Sprenger. So erklang in bekannter, aber doch eigener Klangfarbe bald das bekannte Kirchenlied „Lobe den Herrn, den mächtigen König“ aus 160 Blechblasinstrumenten.

Sprenger gelang es durch entscheidende Tipps und zahlreiche Wiederholungen der schwierigen Passagen alle Bläser zu einem harmonischen Gesamtensemble zusammenzubinden. So präsentierte das zahlenmäßig nur leicht geschrumpfte Orchester am Abend in seinem Konzert den Choral „Sollt ich meinem Gott nicht singen“ genauso gekonnt und voll tönend wie den amerikanischen Folksong „Wes hall not be moved“. Die Zuhörer dankten den zahlreichen Musikern mit herzlichem Applaus.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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