Musiker mit Modefimmel: Oswald Musielski lebt in Willingshausen

Willingshausen. Keine Frage, nicht nur seine Stimmlage ist außergewöhnlich. Auch Oswald Musielskis Erscheinung ist etwas ganz Besonderes. Der gebürtige Pole ist internationaler Countertenor und lebt im Malerdorf Willingshausen.

Mit seiner sündhaft teuren französischen Designer-Handtasche, Stiefeletten in Ozelot-Raubkatzenmuster und dem Schoßhündchen Homer fällt er schon auf bei Besorgungen in seiner Wahlheimat.

Musielskis Begabung wurde früh entdeckt. Bereits im Alter von fünf Jahren besuchte der junge Oswald regelmäßig den klassischen Gesangsunterricht. Die Lehrerin prophezeite ihm eine Karriere und behielt recht. „Die Musik war mir schon früh wichtiger als der Mathematikunterricht“, erzählt der 22-Jährige, der mit seiner Familie seit 2002 in Deutschland lebt.

Knapp 50 Konzerte gibt der Sänger pro Jahr, dazu reist er rund um den Globus. „Das Schöne an Willingshausen ist, dass mich hier keiner kennt“, sagt Musielski.

Trotzdem fällt der Tenor auf. Seine Passion für Mode hat er früh entdeckt: „Ich präge schon seit ich zwölf bin meinen eigenen Stil.“ Musielski kennt sich aus. Im Musikzimmer türmen sich nicht nur Notenliteratur, sondern auch die neuesten Ausgaben der Zeitschrift Vogue international mit Trends für den Mann.

Musielski trägt die Sachen selbstbewusst, besitzt etwa eine Silberfuchs-Pelzjacke mit passender Kappe. „Es amüsiert mich, wenn die Leute schauen.“ Über seinen Musikstil sagt er: „Der ist alles andere als lustig. Ich will mit ausdrucksstarken, getragenen Werken beeindrucken.“ Stets die passende Garderobe zu tragen, ist dem 22-Jährigen sehr wichtig, in seinem Kleiderschrank herrscht eine große Vielfalt. 200 Paar Schuhe nennt der Sänger sein Eigen. „Meine Lieblingsfarben sind Schwarz und Weiß - sie stehen einfach für Eleganz“, sagt Musielski.

Einen Namen hat sich Oswald Musielski jedoch durch seine Ausnahmestimme gemacht. Die ist wegen ihrer Höhe selten. Neben den klassischen Werken gehören auch Musical- und Popsongs zum Repertoire. „Ich will Musik für Menschen von null bis 99 Jahren machen“, sagt er.

Sein außergewöhnlichstes und kleinstes Konzert gab Musielski kürzlich im Wald - da sang er zu einer Verlobung, allein für zwei Verliebte. Weilte er kürzlich noch auf Kuba, wird sein nächster Auftritt wieder vor Schwälmer Publikum sein. Foto: Rose Konzert: Katholische Kirche Treysa, Samstag (30.10.), 20 Uhr, Einlass 19.30 Uhr, Karten an der Abendkasse 13 Euro.

Quelle: HNA

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