Franz-Josef Malkus starb im 87. Lebensjahr

Ein Musiker aus tiefer Überzeugung

Starb 86-jährig: Franz-Josef Malkus aus Fritzlar. Foto: privat

Geismar. Bis vor vier Jahren leitete er noch die Chorvereinigung Niedermöllrich: Es war im Jahr 2010 der letzte Dirigentenstab, den Franz-Josef Malkus abgab. Der beliebte Berufsmusiker, den alle unter dem Spitznamen „Bubi“ kannten, starb jetzt im Alter von 86 Jahren.

Der Musik galt schon seit frühester Jugend seine Liebe. Er stammte schließlich auch aus der von Musik und Gesang geprägten Malkus-Familie. Schon sein Vater Konrad Malkus leitete über Jahrzehnte viele Chöre in und um Fritzlar.

Deshalb widersetzte sich auch niemand dem Wunsch von Franz-Josef, Berufsmusiker zu werden. Er nahm privaten Klavierunterricht bei Konzertpianist Georg Rothlauf in Kassel und besuchte das musische Gymnasium in Frankfurt/Main und die Heeresmusikschule in Bückeburg.

Während der Kriegsjahre und danach, als Vater Konrad in russischer Gefangenschaft war, wurde Bubi Malkus durch seine Musik zum Alleinversorger der elfköpfigen Familie.

Malkus war ein musikalischer Allrounder: Neben Klavier, Akkordeon und Orgel beherrschte er alle Blechblasinstrumente. Bereits 1952, im Alter von 25 Jahren, begann er die Karriere als Chorleiter beim Domchor Fritzlar, war bis 1962 auch Organist im Dom. Er leitete bis 1964 den Katholischen Bläserchor, von 1957 an erst den Männerchor, dann die Chorvereinigung in Geismar - bis ins Jahr 2000.

116 Chorleiter-Jahre

40 Jahre lang war Malkus der Leiter der Chorvereinigung Niedermöllrich (1970 bis 2010), in den 70er- und 80er-Jahren auch viele Jahre Leiter der Männergesangvereine Maden und Edertal-Wellen. 1992, als Malkus für seine 40-jährige Chorleitertätigkeit geehrt wurde, rechnete der damalige MSB-Präsident Waltari Bergmann 116 Jahre zusammen – bei so vielen Chören.

Auch ungezählte Privatschüler in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder unterrichtete Malkus bis 2003. Richtig in den Ruhestand ging er 2010.

Im Jahr 2003 erhielt Franz-Josef Malkus die Chorleiter-Ehrennadel in Gold für 50-Jährige aktive Chorleitertätigkeit vom Deutschen Sängerbund. Da hatte er bereits den Ehrenbrief des Landes Hessen für seine Verdienste um die heimatliche Kultur und das deutsche Liedgut erhalten. (ula)

Quelle: HNA

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