Streit nach Metalkonzert vor Gericht verhandelt

Musiker wollten noch mehr Wodka

Treysa. Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich gestern der 42-jährige Gitarrist und Sänger einer Metalband aus Wien vor dem Treysaer Amtsgericht verantworten. Dem Mann wurde vorgeworfen, im November 2009 auf einen 27-Jährigen aus Fulda eingetreten zu haben. Nach dem Konzert dreier Metal-Bands aus den Niederlanden, Österreich und Deutschland, war es in einer Musikkneipe im Altkreis zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung gekommen.

Das zuvor friedliche Beisammensein von Bandmitgliedern, Thekenpersonal und letzten Gästen schlug in eine aggressive Stimmung und tumultartige Szenen um, nachdem der Betreiber des Lokals verkündet hatte, keinen Alkohol mehr auf seine Kosten an die Musiker ausschenken zu wollen. Der Sänger der deutschen Metal-Band zeigte sich darüber unzufrieden und drängte den 27-Jährigen aus Fulda hinter der Theke, ihm weiter Wodka auszuschenken. Darauf kam zu Handgreiflichkeiten, bei denen der 27-Jährige nach eigener Aussage Prellungen, Quetschungen und ein zerrissenes T-Shirt davontrug.

„Ich lag recht schnell am Boden“, sagte der Geschädigte, „ich habe die Tritte gespürt und versucht, mein Gesicht zu schützen.“ Dass der Angeklagte beteiligt war, konnte der 27-Jährige jedoch nicht bestätigen – die Gesichter der Angreifer habe er nicht eindeutig zuordnen können.

Der Angeklagte selbst gab zu, sich im Thekenbereich aufgehalten zu haben. Allerdings habe er nicht zugetreten, sagte der Wiener, sondern den Streit zwischen dem 27-Jährigen und dem Sänger schlichten wollen.

Die Verhandlung entpuppte sich als ein wahrer Zeugenmarathon. Elf Zeugen waren vorgeladen, darunter der Betreiber der Musikkneipe, Thekenpersonal, Bandmitglieder und der damalige Tourleiter der drei Metal-Bands.

Aufgrund der in Sachen Tathergang und Zahl der beteiligten Personen unterschiedlichen Zeugenaussagen sahen Staatsanwaltschaft und Richter den Tatvorwurf der gefährlichen Körperverletzung nicht bestätigt.

Klar sei, dass sich der Angeklagte im Thekenbereich aufgehalten habe; klar sei auch, dass er nicht habe zuschlagen oder zutreten können, da er festgehalten worden war. Unklar sei dagegen, warum er habe eingreifen wollen. Die Verhandlung endete mit dem Freispruch des 42-Jährigen Angeklagten. Die Kosten des Verfahrens trägt die Staatskasse.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

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