Auf spielerische Art

Im Musikgarten in Wolfhagen werden Kleinkinder gefördert

Klangerlebnisse: Paula (2 Jahre) spielt zusammen mit ihrer Mutter Pia Schäfer auf dem Xylofon. Begleitet werden beide von Willem (2) und Susanne Vogel. Musiklehrerin Patricia Grunenberg (rechts) gibt Tipps. Die Kinder besuchen mit ihren Müttern den Musikgarten an der Musikschule Wolfhager Land. Foto: Thon

Wolfhagen. Im Musikgarten in Wolfhagen werden Kleinkinder auf spielerische Art gefördert.

Als Musikpädagogin Patricia Grunenberg das Xylofon auf den Teppich stellt, lässt sich Paula nicht lange bitten. Beherzt greift die Zweieinhalbjährige nach den Schlägeln und entlockt dem Instrument mit vorsichtigen Schlägen helle Klänge. Seit September besucht sie den Musikgarten an der Musikschule Wolfhager Land - ein Angebot, das sich an Kinder von anderthalb bis drei Jahren richtet. Begleitet wird sie von ihrer Mutter Pia Schäfer.

Wenn Paula dann wieder zu Hause ist, singt sie die Lieder nach. „Ganz am Anfang hatte sie bei einem der Lieder weinen müssen“, sagt die junge Mutter. Inzwischen würde ihre Tochter auch dieses Lied begeistert singen. Pia Schäfer hatte an die Anmeldung Paulas die Hoffnung geknüpft, dass ihr Kind seine Schüchternheit ablegen und etwas offener werden würde. Der Plan ist aufgegangen.

Das bestätigt auch Patricia Grunenberg. Die Kinder würden selbstbewusster. „Sie tragen selbst etwas vor. Sie lernen, Musikinstrumente abzugeben. Der soziale Umgang wird geschult“, sagt die Expertin für Elementare Musikpädagogik. Im Musikgarten gehe es auf keinen Fall darum, ein Talent zu entdecken oder Druck auf die Sprösslinge auszuüben. Der spielerische Umgang mit Tönen, Rhythmus und Bewegung stünde im Mittelpunkt.

Eltern singen zu wenig vor 

Paulas etwa gleichaltriger Musikgartenfreund ist ebenfalls hin und weg, wenn er am Freitagnachmittag zusammen mit den anderen Kindern Klangabenteuer erlebt. Susanne Vogel hat ihren Sohn angemeldet, weil sie selbst eine enge Bindung zur Musik hat. Die Erfahrung der vergangenen Jahre habe gezeigt, dass es vor allem die Kinder musikalisch gebildeter Eltern seien, die den Musikgarten besuchen, sagt Malte Klages, Leiter der Musikschule. Klages bedauert es, dass immer weniger Eltern ihrem Nachwuchs Lieder vorsingen. Das in Familien gemeinsam musiziert werde, sei die Ausnahme. Dafür werde immer öfter eine CD ins Abspielgerät geschoben, „und das war’s dann“.

Dass der Besuch des Musikgartens dem späteren Leben eine Richtung geben kann, dafür steht das Beispiel Klages’ Tochter Noémie. Die 15-Jährige besucht seit vier Jahren die Musikhochschule in Detmold. Während der Ferien reist sie mit ihrem Cello durch die Republik und gibt Konzerte. Sie war eines der ersten Kinder, die 2001 den Musikgarten besuchten.

Derzeit sind es drei Kleinkinder, die das Angebot nutzen. Sind sie alt genug, wechseln in die Musikalische Früherziehung, die sich an Kinder ab vier Jahren richtet. Warum es nur so wenig Eltern sind, die für ihrem Nachwuchs schon in ganz jungen Jahren das Tor zur Musikwelt aufstoßen wollen, darüber können Klages und Grunenberg nur spekulieren. Die Palette der Förderungsmöglichkeiten sei groß: Pekip-Gruppen, Mutter-Kind-Turnen, Baby-Schwimmen, Nachmittagsbetreuung. Vielleicht wissen aber auch zu wenige, dass es den Musikgarten gibt.

Quelle: HNA

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