Feuer in einem Fachwerkhaus

Wie Mustafa Öndes 15 Menschen in Spangenberg rettete

Er rettete Leben: Mustafa Öndes (kleines Foto), 25, aus Spangenberg entdeckte in der Nacht zu Samstag den Brand eines Fachwerkhauses in der Spangenberger Altstadt. Er weckte die Bewohner und half beim Löschen einer brennenden Couch. Fotos: Wenderoth

Spangenberg. Bescheiden ist Mustafa Öndes, als wir zwei Tage nach dem Brand über seinen Rettungseinsatz sprechen.

Auf dem Heimweg von der Arbeit hatte er in der Nacht zu Samstag Feuer in einem Fachwerkhaus in der Langen Straße in Spangenberg bemerkt und sofort geholfen. Die 15 Bewohner konnten dadurch gerettet werden.

Wie geht es Ihnen? 

Mustafa Öndes: Mir geht es gut, mir ist ja nichts passiert, außer dass meine Augen vom Rauch gebrannt haben und ich schwer Luft bekommen habe.

Was war genau passiert? 

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Öndes: Als ich von der Nachtschicht nach Hause kam, habe ich gesehen, dass in meinem Nachbarhaus im ersten Stock ein Fenster offen stand. Das fand ich komisch um die Uhrzeit. Drei Fenster weiter habe ich dann gesehen, dass Feuer genau vorm Fenster war.

Was ging Ihnen da durch den Kopf? 

Öndes: Oh Mann, es brennt! Hoffentlich wird es nicht zu heftig, weil oben ja noch mehr Leute schlafen. Wer weiß, was dann alles passieren kann...

Und was haben Sie dann gemacht? 

Öndes: Ich bin schnell zu meinem Haus, habe meine Arbeitssachen in den Flur gelegt, bin zurück gelaufen und habe den Besitzer des Nachbarhauses angerufen, ich kenne ihn ja schon seit der Kindheit. Dabei habe ich alle Klingeln durchgeklingelt. Die Frau des Besitzers hat die Tür aufgemacht, und ich habe gesagt: Es brennt bei euch! Ich habe gegen die Tür im ersten Stock geklopft, und als aufgemacht wurde, haben wir mit Eimern Wasser die brennende Couch gelöscht.

Hatten Sie Angst? 

Öndes: Nö, vor was denn? Ich war zwar schon ein bisschen aufgeregt, wäre aber nicht reingegangen, wenn ich Angst gehabt hätte.

Sie sind ein mutiger Mann. 

Öndes: Zu helfen ist doch eine Selbstverständlichkeit. Ich glaube, das hätte doch jeder gemacht. Jeder sollte helfen, wenn’s geht.

Zum Glück waren Sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort. 

Öndes: Das war so was von Zufall, denn in der Nacht bin ich früher von der Arbeit gekommen, weil ich am Morgen noch zu meinem Cousin nach Frankfurt fahren wollte. Das habe ich dann nicht mehr gemacht. Ich war ein bisschen verspannt, bin duschen gegangen und habe mich dann hingelegt.

Und wie haben die Bewohner reagiert? 

Öndes: Sie haben sich bei mir bedankt. Ich habe am Tag danach Pralinen zum Dank bekommen.

Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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