Die kleine Fiona lebt mit dem Rett-Syndrom

Mutter bittet um Hilfe für schwerbehinderte Fünfjährige

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Benötigen ein neues Auto: Nadine Brenner mit ihrer schwerbehinderten Tochter Fiona auf dem Arm sowie im Fahrzeug Tabea (links) und Jana.

Wettesingen. Die kleine Fiona Brenner ist ein fröhliches Kind und lacht sehr viel. Doch das täuscht. Die Fünfjährige ist eines von 2000 Kindern in Deutschland mit dem so genannten Rett-Syndrom.

Fiona kann weder sitzen, krabbeln, laufen, reden noch selbsständig essen oder trinken.

Damit Fiona trotz ihrer körperlich-geistigen Behinderung weiter am Leben teilhaben kann, bittet ihre Mutter Nadine die Menschen im Wolfhager Land um Unterstützung. Fiona bekommt demnächst einen Rollstuhl und soll im kommenden Sommer eingeschult werden. Damit die schwerbehinderte Fünfjährige auch von Mutter Nadine zur Schule gefahren werden kann, benötigt die Familie ein behindertengerechtes Auto.

Auch für die Fahrten zur Krankengymnastik, Reittherapie, Orthesenkontrolle oder in die Klinik nach Kassel zur Verlaufskontrolle ist das Fahrzeug notwendig. Eine teure Anschaffung, die für die 33-Jährige ohne finanzielle Hilfe nicht möglich ist. Aufgrund der Behinderung von Fiona ist Mutter Nadine von der Arbeit freigestellt und bezieht Sozialleistungen. Zum Leben bleiben der dreifachen Mutter gerade mal 100 Euro. Ausflüge mit der Familie, zu der auch die beiden Töchter Tabea (8) und Jana (12) und ihr Lebensgefährte gehören, sind nicht drin.

„Wir schlagen uns so durch“, sagt die tapfere Mutter. Sie habe bisher immer alles alleine geschafft, aber jetzt geht es nicht mehr, sagt sie unter Tränen. Welche Last auf ihren Schultern liegt, wird beim Tagesablauf deutlich, der morgens um vier Uhr für die 33-Jährige beginnt. Bis dahin hat die Mutter einige wenige Stunden geschlafen, denn Fiona wacht jede Nacht auf.

Eine Stunde pro Mahlzeit

Dann macht Nadine Brenner Frühstück für die Kinder und weckt Tabea und Jana. Die Tagesvorbereitungen nehmen einige Stunden in Anspruch, alleine das Füttern von Fiona dauert eine Stunde pro Mahlzeit. Fiona ist immer und überall auf fremde Hilfe angewiesen. Neben viel Liebe bekommt sie diese Hilfe auch von ihren beiden Schwestern: „Sie sind immer für sie da und helfen, wo es nur geht.“ Dass die beiden dadurch immer hinten anstehen und zurückstecken müssen, macht Nadine Brenner traurig.

Derzeit ist die Mutter damit beschäftigt, Akten und Unterlagen zu sammeln, um Anträge bei diversen Stiftungen und Einrichtungen zur Unterstützung für das dringend benötigte Auto einzureichen. Beeindruckend nennt sie die Hilfsbereitschaft und Anteilnahme am Schicksal der kleinen Fiona.

Ob im Kindergarten, beim Arzt oder durch die örtliche Druckerei, die kostenlos Flyer erstellte - viele Menschen würden versuchen zu helfen. Nun hofft Nadine Brenner auf die Hilfe der Menschen im Wolfhager Land, damit Fiona ein kleines Stück Normalität in ihrem schweren Leben bekommt.

Hintergrund: Das ist das Rett-Syndrom

Das Rett-Syndrom ist eine unheilbare Krankheit aufgrund eines angeborenen Gen-Defektes. Die Kleinkinder, ausschließlich Mädchen, entwickeln sich anfangs scheinbar regelgerecht.

Zwischen dem siebten Lebensmonat und dem zweiten Lebensjahr verliert das Kind aber zumindest teilweise bereits erlernte Fähigkeiten, insbesondere das Sprechen und den Gebrauch der Hand. Menschen mit Rett-Syndrom zeigen typischerweise Symptome von Autismus, auch charakteristisch für das Rett-Syndrom sind epileptische Anfälle.

Für Spenden hat der Verein Mobil mit Behinderung ein Spendenkonto eingerichtet:

Bank für Sozialwirtschaft, Konto: 87 113 00, BLZ: 660 205 00, Codewort: „Rett-Engel“. (uli)

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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