Nach Hilferuf in der HNA: Mutter einer schwerkranken Tochter überwältigt von Resonanz

Spende der Kirche für Fiona: vorne von links Jana, Tabea, Nadine und Fiona Brenner, hinten Pfarrer Friedhelm Kötting, Katharina Bebendorf (Elterbeirat Kindergarten) und Kerstin Herdemerten (Leiterin Kindergarten) im Gotteshaus. Foto: Privat/nh

Wettesingen. Fiona Brenner ist schwer krank und braucht ein behindertengerechtes Fahrzeug. Inzwischen sind 14.000 Euro an Spenden zusammengekommen - dank Spenden von Anwohnern und Hilfeaktionen.

Die sechsjährige Fiona Brenner aus Wettesingen leidet an einer angeborenen Krankheit, dem so genannten Rett-Syndrom, weshalb sie lebenslang rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen ist.

Vor knapp zwei Monaten hatte sich Mutter Nadine Brenner entschlossen, mit dem Schicksal ihrer Tochter an die Öffentlichkeit zu gehen (wir berichteten). Da Fiona aufgrund ihres Wachstums und für die künftigen Fahrten zu Therapien und ab Sommer in die Schule nicht mehr in das Auto der Familie passt, bat sie die Menschen im Wolfhager Land um Unterstützung. Zur bisherigen Resonanz sagt sie: „Wir sind überaus positiv überrascht und freuen uns riesig über die Hilfsbereitschaft der Menschen.“

Zur Finanzierung eines behindertengerechten Fahrzeuges wären etwa 36.000 Euro nötig. Inzwischen seien etwa 14.000 Euro an Spenden zusammengekommen, sagt die 33-Jährige. Dabei hätten neben Stiftungen und Organisationen auch die Gemeinde Breuna (1000 Euro) und die HNA-Aktion Advent (350 Euro) zum tollen Zwischenergebnis beigetragen. Über 320 Schreiben an Stiftungen, Firmen und Behörden habe sie bisher verschickt, und auf dem langen Weg bis zur hoffentlich geglückten Fahrzeug-Finanzierung werden noch „viele“ dazukommen, sagt die Mutter. Absolut „überwältigt“ sei die Familie aber auch von der Hilfe aus dem Ort Wettesingen: „Ich wohne zwar erst einige Jahre dort, aber die Solidarität der Menschen ist Wahnsinn. Das gibt es sicher nicht in jedem Ort“, sagt Nadine Brenner.

Kirche spendete 470 Euro

Erst kürzlich erhielt sie von der Evangelischen Kirchengemeinde Unterstützung: Der Kirchenvorstand übergab Familie Brenner eine Spende über 470 Euro, den Kollektenbetrag aus zwei gut besuchten Gottesdiensten in der Adventszeit.

Pfarrer Friedhelm Kötting bedankte sich im Namen des Kirchenvorstandes und der Empfängerin bei der Gemeinde für dieses ermutigende Zeichen der Verbundenheit. Allerdings musste Nadine Brenner auch einige Rückschläge hinnehmen. So wurde ein Antrag auf Beteiligung am Fahrzeugkauf sowohl von der Krankenkasse als auch dem Sozialamt des Landkreises abgelehnt. Davon sei sie sehr „enttäuscht“ gewesen, sagt die 33-Jährige. Schließlich würden bei einem entsprechenden Zuschuss auch Kosten für die Krankenkasse, für Transporte zu Therapien etwa, entfallen.

Außerdem wisse sie, dass in anderen Bundesländern wesentlich großzügiger mit derartigen Zuschüssen umgegangen wird, sagt die Mutter von Fiona. Doch nicht nur die überwiegend tolle Unterstützung, die sie und Fiona erfahren haben, lässt die Mutter nicht müde werden, weiter für ihre Tochter und ein Stück Lebensqualität zu kämpfen.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

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