Heilende Wirkung ihrer Kräuter und Tinkturen

Myrrhe war einst so kostbar wie Gold

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Ein Leben nach den Lehren Hildegard von Bingens: Dieter und Marga Viehmann haben zahlreiche Seminare besucht, um in ihrem Haus in der Ehlener Straße eine Hildegard-Praxis betreiben zu dürfen.

Zierenberg. „Die Seele liebt in allen Dingen das diskrete Maß. Wann auch immer der Körper des Menschen ohne Diskretion isst und trinkt oder etwas anderes dieser Art verrichtet, werden die Kräfte der Seele verletzt...“ Es ist ein Zitat Hildegard von Bingens, das Marga und Dieter Viehmann ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Es ist ein zufriedenes Lächeln, denn das Zierenberger Ehepaar weiß genau, wie viel Wahrheit in diesen Worten steckt. Längst sind sie zum Leitbild ihres Lebens geworden, denn nicht nur in ihrer Naturheilpraxis folgen die Viehmanns den Übermittlungen der Äbtissin, die eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der europäischen Klosterheilkunde war.

Bescheiden leben Marga und Dieter Viehmann in ihrem kleinen Fachwerkhaus an der Ehlener Straße. Schweinefleisch kommt so gut wie nie auf den Tisch, Bohnenkaffee nur in Maßen. „So hat es Hildegard von Bingen übermittelt“, sagt Marga Viehmann. Es duftet nach frischen Kräutern, selbst gesammelt und getrocknet, verarbeitet zu leckeren und vor allem gesunden Speisen vom Plätzchen bis zum Brot, alles nach Rezepten der berühmten Naturwissenschaftlerin. Die empfohlenen Rezepturen können nach Angaben der 64-jährige Heilpraktikerin helfen, das ursprüngliche Gleichgewicht

des Menschen wieder zu erlangen und die Gesundheit zu stärken. „Zu den wichtigsten vonHildegard von Bingen genutzten Heilpflanzen gehören Dinkel, Fenchel, Wermut und Edelkastanien“, sagt die Zierenbergerin, die gerade jetzt zu Weihnachten auch über die Bedeutung jener Heilpflanzen nachdenkt, die einst von den drei Weisen dem Jesuskind mitgebracht wurden.

Harz hilft bei Entzündungen

Allen voran die Myrrhe, die die Viehmanns selbst, etwa in Tinkturen, verwenden. Gegen Entzündungen soll das Harz eines kleinen Baumes aus den heißen Wüstenregionen Ostafrikas, Arabiens und Indiens helfen, das zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit zählt. „Die Myrrhe war zur Zeit Jesu sehr begehrt und so kostbar wie Gold“, so Dieter Viehmann.

Um ihre Wirkung habe auch Hildegard von Bingen gewusst, was deren Überlieferungen belegen: „Und wenn große Fieber den Menschen anfallen, und wenn ihm dann Myrrhe in warmem Wein zu trinken gegeben wird, dann weicht das Fieber von ihm.“ Dass man immer wieder direkt Erfolge sieht, wenn man nach Hildegard von Bingens Lehre lebt, hat Marga und Dieter Viehmann zu glühenden Anhängern gemacht.

„Ohne Hildegard können wir uns ein Leben nicht mehr vorstellen. Die Möglichkeiten sind unerschöpflich, nicht nur für den körperlichen, sondern auch für den seelischen Bereich“, schwärmen sie. Dabei sei immer am wichtigsten: Stets im richtigen Maß bleiben, nur so könne man den Bezug zum Göttlichen wahren.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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