Aktion „Tag der Ausbildung“ zeigt Wirkung – Neue Hoffnung für viele Jugendliche

Ein Job nach 50 Absagen

Nadja Bläsing

Wolfhagen. Nachwuchs ist in allen Bereichen des Lebens wichtig – das gilt auch für die Wirtschaft. Deswegen riefen die Arbeitsagenturen im Mai den Tag der Ausbildung aus. Der Getränkeabfüller Vitaqua aus Wolfhagen beteiligte sich neben 265 weiteren Firmen aus Nordhessen an der Aktion und fand gleich drei neue Auszubildende. Darunter war auch eine junge Mutter.

Ihr Name: Nadja Bläsing. Die 24-jährige aus Sand war außer sich, als sie das Angebot einer Ausbildung bei Vitaqua bekam. „Ich hatte vorher 50 Bewerbungen geschrieben und nur Absagen bekommen“, erzählt sie.

Mit mehreren Aktionen hatten die Arbeitsagenturen am Tag der Ausbildung zwischen jungen Menschen, die auf der Suche nach einer passenden Ausbildung waren, und den Firmen aus der Region vermittelt.

Nach der Lehre darf sich Nadja Bläsing Industriemechanikerin nennen. Das ist einer von fünf Ausbildungsberufen aus den Bereichen Technik, Lebensmittelproduktion, Logistik und Computertechnik, die man bei dem Getränkehersteller Vitaqua lernen kann. Aktuell sind in dem Werk iim Hiddeser Feld 30 Auszubildende beschäftigt.

Nadja Bläsing macht es nichts aus, dass sie in ihrem Beruf als Frau zu einer Minderheit gehören wird. Im Gegenteil: „Mit Männern zu arbeiten ist viel entspannter.“ Günter Kutschera, Geschäftsführer von Vitaqua, kann ihre Beobachtung bestätigen: „In geschlechtergemischten Arbeitsgruppen herrscht ein besseres Arbeitsklima.“

Gute Übernahmechancen

Ob ein Lehrling nach seiner Ausbildung übernommen wird oder nicht, hat er laut Kutschera selbst in der Hand. Grundsätzlich würde man eine Übernahmequote von 100 Prozent anstreben. Abschlussnoten seien nicht das einzige Auswahlkriterium. „Wer bei uns in den dreieinhalb Jahren Lehrzeit gute Arbeit leistet, hat auch gute Chancen, übernommen zu werden“, sagt der Chef.

Knapp 50 Jugendliche in Nordhessen haben durch den Tag der Ausbildung eine Lehrstelle gefunden. „Die Aktion war ein Erfolg“, sagt Silke Sennhenn, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit Kassel.

Von Juri Auel

Quelle: HNA

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