Vorfälle seit 2010

Nach Anschlägen mit Abtönfarbe: Familie hat Angst um Hund und Haus

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In Ruhe gelassen werden: Das möchten Heiko, Sabine und Kirsten Raymann mit einem ihrer Vierbeiner aus Homberg nach zahlreichen Anschlägen auf Hund, Hof und Haus.

Homberg. Ein weißer Bungalow, Blumen stehen vor der Tür. Eigentlich ein idyllisches Bild, wären da nicht die beiden großen und auffälligen Farbflecken: türkisgrün am Zaun, orange an der Hauswand. Es ist nicht der erste Anschlag mit Farbe, der auf die Familie Raymann aus Homberg verübt wurde.

 „Mittlerweile wurden das Haus zweimal und Zaun und Hof dreimal mit Abtönfarbe verschmiert“, erzählt Heiko Raymann. Begonnen hat das Ärgernis bereits im Jahr 2010, damals flog das erste Mal wasserlösliche Farbe über den Zaun. Danach herrschte Ruhe, bevor einmal 2012 und gleich dreimal 2013 die Schmierereien weitergingen. „Wir haben jeden Anschlag zur Anzeige gebracht“, sagt Raymann.

Als Grund für die offensichtliche Wut des Täters kann die Familie sich nur vorstellen, dass der Unbekannte etwas gegen ihre Hunde hat. Es handele sich wohl nicht um den einzigen Haushalt mit Vierbeinern in Homberg, der dem Täter zum Opfer gefallen ist. Demnach könnte die betreffende Person ein Hundehasser sein.

Im Juni vergangenen Jahres war der Unbekannte unvorsichtig: Per Fahrrad warf er am Nachmittag Farbe in den Garten und wurde dabei gesehen. Die Polizei konnte den Täter auch ermitteln, er wurde zu 100 Sozialstunden verpflichtet. Wenig Trost für die Familie, die die Schäden bisher immer selbst entfernt hat, mit einem Kärcher und reichlich Wasser. Das ging so lange gut, bis der Putz von der Wand fiel.

„Wir haben daraufhin einen Kostenvoranschlag zum Neuverputzen und Streichen des betroffenen Stückes am Haus angefordert und diesen über einen Anwalt dem Täter zukommen lassen“, sagt Sabine Raymann. 1800 Euro plus Anwaltskosten, so lautete die Forderung.

Die Hälfte des Betrages wurde bezahlt, allerdings flog im Dezember wieder zweimal die Farbe. Einmal sogar so, dass der Hund der Familie davon betroffen war. „Wir mussten die Farbe aus dem Fell herausschneiden“, empört sich Tochter Kirsten Raymann.

Auch das Auge sei durch die Bestandteile in der Farbe entzündet gewesen, woraufhin nochmal Anzeige, diesmal wegen Tierquälerei erstattet wurde. Vorher sei das Tier lieb gewesen, es habe aber wohl einen bleibenden Schaden erlitten und müsse nun weggesperrt werden, sobald Besuch komme.

Wer der Unbekannte sein könnte, darüber ist sich die Familie einig. Einzig ihn auf frischer Tat zu ertappen, ist ihnen noch nicht gelungen. „Wir haben Angst um unsere Hunde, da wir nie wissen, zu welchen Mitteln er als Nächstes greift“, fasst Sabine Raymann die momentane Lage zusammen. „Wir möchten einfach nur unsere Ruhe, ist das denn zu viel verlangt?“ fragt sie.

Von Leona Nieswandt

Quelle: HNA

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