Zweifel an Wertung von zwei Fragen

ARD-Quizshow: Oberbeisheimer fühlt sich um 36.000 Euro geprellt

Sie hatten die Chance auf 108 000 Euro: Der Oberbeisheimer Michael Meichsner (Mitte) und seine Mitstreiter in der ARD-Quizshow „Gefragt - Gejagt“. Screenshot: nh

Oberbeisheim. Michael Meichsner versteht die Welt nicht mehr. Was ihm in der ARD-Quizshow „Gefragt - Gejagt" widerfahren ist, bezeichnet er als schlichtweg unfair.

„Die ARD hat mich um 36.000 Euro geprellt", sagt der 40-jährige Oberbeisheimer.

Mit zwei Mitstreitern spielte er um 108.000 Euro. Doch das Trio ging in der Sendung vom 5. Februar mit leeren Händen nach Hause. Das liege daran, wie zwei Antworten gewertet wurden.

Die drei traten im Finale gegen den „Jäger“ Sebastian Jacoby an. Binnen zwei Minuten sollten so viele Fragen wie möglich beantwortet werden. Mit 15 Punkten hatten die Kandidaten vorgelegt, der „Jäger“ sollte sie einholen. Doch schon um dessen erste Antwort gibt es Zwist.

Die Frage lautete: „Welches Pflänzchen, das vierblättrig Glück verspricht, heißt wie der Nachname eines berühmten Künstlers?“ Doch Jacoby wartete nicht, bis Moderator Alexander Bommes die Frage gestellt hatte. Stattdessen rief er schon nach „Glück verspricht“ schnell „Kleeblatt“.

Das ist falsch, ist sich Kandidat Meichsner sicher. Schließlich sei der Klee gesucht worden - für den Maler Paul Klee. Wie die Bild-Zeitung berichtet, habe die Produktionsfirma ITV die Antwort jedoch durchgehen lassen, denn das Kleeblatt sei Teil der Pflanze. Der Punkt ging somit an den Jäger.

Pech hatte Meichsner auch bei einer zweiten Frage: Gesucht war der New Yorker Stadtteil, in dem der „Cotton Club“ seinen Sitz hatte. Der Jäger antwortete „Bronx“ und damit falsch. Das war die Chance für die Kandidaten. Michael Meichsner war für die Antwort Harlem, wurde aber „von den Mitkandidaten überstimmt“. Das Trio einigte sich auf Manhattan. Doch das war laut Produktionsfirma falsch. Gesucht war Harlem, das jedoch ein Viertel im Stadtbezirk Manhattan ist.

Die ganzen Unstimmigkeiten habe der Oberbeisheimer nicht nach der Aufzeichnung im Dezember, sondern nach der Ausstrahlung am 5. Februar bemerkt. Auf der Facebook-Seite der Show wurde eifrig über die Lösungen diskutiert. Daraufhin hat Meichsner der Produktionsfirma geschrieben und auf die vermeintlichen Fehler aufmerksam gemacht. „Es gingen ein paar E-Mails hin und her. Es war einfach lächerlich. Sie haben mich abgekanzelt wie einen Jungen“, erklärt Meichsner. Die Reaktion habe ihn geärgert. Auf HNA-Anfrage wollte sich das Unternehmen nicht zu der Sendung äußern

Keine Klage 

Der 40-Jährige hat reagiert und einen Anwalt eingeschaltet. Ob eine Klage vor Gericht Erfolg habe, sei jedoch unklar. Meichsner könnte gewinnen oder verlieren. „Wenn es in die Hose geht, muss ich die Gerichtskosten von etwa 8000 Euro tragen“, sagt Meichsner. Seine Rechtsschutzversicherung wolle die Kosten nicht übernehmen. Und so verzichtete Meichsner auf eine Klage.

Er ging stattdessen mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit. Meichsner rechnet jedoch nicht mit einer Entschuldigung durch die Produktionsfirma oder die ARD. „Die haben ein dickes Fell.“ Für den Diplom-Verwaltungswirt war es nicht die erste Quizshow. Er kenne das Geschäft. Den Fernsehsendern ginge es nicht darum, dass die Kandidaten gewinnen. „Es geht ihnen darum zu unterhalten.“

Quelle: HNA

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