Stromführung an den Durchgängen verändert

Nach Bären-Ausbruch: Wildpark Knüll schließt Sicherheitslücke

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Schlupfloch: Durch die Öffnung, durch die eigentlich nur die Wölfe passen sollten und nicht die Braunbären, muss sich die einjährige Braunbärin Alexa gequetscht haben, erklärt Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich.

Braunbärin Alexa war am Samstag im Wildpark Knüll ausgebrochen. Sie wurde betäubt und wieder ins Gehege gebracht. Jetzt hat das Wildpark-Team die Sicherheit der Anlage verstärkt.

Braunbärin Alexa vernascht einen Apfel, und Mutter Onni beobachtet den Nachwuchs dabei. In der Nähe reibt sich der mächtige Braunbär Balu den Pelz an einem Baum. Eigentlich ist alles wie immer im Wildpark Knüll. Eigentlich. Denn nach dem Ausbruch von Jungbärin Alexa aus ihrem Gehege am Samstag ist im Wildpark noch nicht alles wie es einmal war.

Die Sicherheit 

Braunbärin Alexa kurz nach ihrer Geburt im März 2015.

Die gute Nachricht vorweg: „Wir sind sicherer als je zuvor“, sagt Wildparkleiter Dr. Wolfgang Fröhlich. Man habe die Anlage erneut überprüft und auch Alexas Ausbruchstelle umgehend bärensicher gemacht - mit Strom (6,5 Kilowatt). Auch die Stromführung an den Durchgängen zum Wolfsgehege wurden verändert. Das Gehege sei nun so sicher, wie es eben gehe. „Man kann sich nie zu Hundertprozent sicher sein“, so Fröhlich. Doch könne man derzeit keine Schwachstelle ausmachen. „Die Besucher können sich bei uns sicher fühlen.“

Der Ausbruch 

Braunbärin Alexa heute. Mittlerweile bringt sie 80 Kilo auf die Waage. Braunbär Balu bringt es auf über 300 Kilo.

Alexa ist es gelungen, sich von der gemeinsamen Bären- und Wolfanlage durch einen schmalen, nur für Wölfe vorgesehenen Gang zu quetschen und in den nur fürs Rudel vorgesehenen Bereich zu gelangen. Von dort aus ist sie dann über Holzbalken auf die Besucherbrücke gelangt. Besucher des Parks entdeckten Alexa. Ein Tierarzt hatte die Bärin dann betäubt, und sie wurde zurück in ihr Gehege getragen.

Der Schock 

Es sei schon etwas geschockt gewesen, als er die Nachricht von Alexas Ausbruch erhalten habe, räumt der Wildparkleiter ein. Doch schon kurz darauf sei er erleichtert gewesen. „Weil unsere Alarmkette reibungslos funktioniert hat und dadurch niemand zu Schaden gekommen ist“, sagt er.

Die Jungbärin 

Gemeinsames Gehege: Onni und ihr Junges Alexa mit einem Wolf.

Alexa geht es nach der Betäubung offensichtlich gut, sie tollt in ihrem Vorgehege umher. Doch noch dürfen sie und ihre Mutter Onni nicht auf die große Anlage zu Bärenvater Balu. Alexa sei sehr neugierig, so Fröhlich. Da sie - anders als die bisherigen Bärenjungen im Wildpark - ein Einzelkind ist, erkunde sie die Anlage eben ganz genau. Und dabei muss sie die Sicherheitslücke im Wildpark entdeckt haben.

Die Besucher 

Einen Rat hat Fröhlich für die Besucher des Wildparks Knüll, denn auch sie könnten für mehr Sicherheit sorgen. „Manche Gäste setzen ihre Kinder auf der Besucherbrücke auf die Brüstung, damit die Kinder die Bären besser sehen können“, sagt Fröhlich. Das sei gefährlich, betont er. Denn auch wenn man sein Kind festhalte, könne man mal von anderen Besuchern angerempelt werden und den Halt verlieren.

Eindrücke von der Bären- und Wolfanlage im Wildpark Knüll

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Quelle: HNA

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