Nach Dart-WM: Sportart auch im Wolfhager Land beliebt

Konzentration ist gefragt: Gido Dragon (links) und Harald Nebel beim Wurf auf die Scheibe im Dartroom von Zottels Pup. Fotos: Ulbrich

Wolfhagen. Zwei Millionen Zuschauer verfolgten die Dart-Weltmeisterschaft in England. Nach diesem Interesse lässt sich auch im Wolfhager Land ein Boom der Sportart verzeichnen.

Dichtes Gedränge herrscht am Donnerstagabend im Dartroom von Zottels Pup, etwa 25 Personen haben sich um die vier Spielautomaten und Tische der Sportkneipe gescharrt. Harald Nebel hebt die rechte Hand und visiert mit dem Dartpfeil zwischen Daumen und Zeigefinger die runde Spielscheibe an. Kurze Zeit später steckt der Pfeil in der blau-roten Scheibe - im Feld der dreifachen 20, die höchste mögliche Punktzahl eines Wurfes.

Raunen und „Hey-Rufe“ unter den Mitspielern, sofort wird die angenehm ausgelassene Stimmung unter den „Dartern“ deutlich. Der Korbacher Nebel ist Sekretär der „Schumacher-Dart-Liga“ und organisiert den Spielbetrieb der freien Klasse, in der 500 Hobby- und Profispieler gegeneinander antreten. „Im Jahr 2012 waren es noch 22 Teams mit knapp 100 Spielern in der Liga, derzeit haben wir schon 45 und demnächst werden es über 50 Teams sein“, sagt Nebel über den Boom, der auch das Wolfhager Land erreicht habe.

Dies liegt wohl auch an der besonderen Atmosphäre, sagt Dirk Krüger: „Man kennt und schätzt sich untereinander. An der Scheibe noch Konkurenten, beim Bier danach Kumpels“, umschreibt Krüger das Miteinander.

Der Inhaber von Zottels Pup spielt selbst und in seiner Kneipe treten drei Mannschaften gegen andere Teams an, künftig wird eine vierte Mannschaft aufgrund des großen Interesses starten. Auch deshalb hat Krüger investiert und aus der ehemaligen Event-Bar, die an seine Räume angrenzte, einen eigenen Dartroom mit viel Platz und vier Automaten gemacht. Die Spieler kommen aus dem gesamten Altkreis Wolfhagen, Schauenburg, Korbach, Frankenberg, Bad Arolsen und sogar Brilon in Nordrhein-Westfalen. Gespielt wird jeden zweiten Samstag, je nach Gegner in Kneipen der angegebenen Kommunen.

Apropos Spieler: Bei der Dart-WM in England haben insbesondere die Fans für positives Aufsehen gesorgt. Sie trugen größtenteils verrrückte und farbenfrohe Kostüme, um ihre Idole auf der Bühne anzufeuern. Eigene Gesänge und Schilder auf denen der Punkte-Höchstwert „180“ zu lesen waren, rundeten das Bild der ausgelassenen Fans ab.

Auch Harald Nebel hat die Spiele der WM mit einigen Hobbyspielern geschaut, die ähnlich euphorisch sind, wie die Fans in England. „Ein bisschen verrückt im positiven Sinne muss man auch sein“, sagt der 51-Jährige zur Sportart, die auch im Altkreis immer mehr Zuspruch erfährt.

Von Nicolai Ulbrich

Quelle: HNA

Kommentare