Nach Drogenrazzia: 28-Jähriger muss zweieinhalb Jahre ins Gefängnis

Schwalmstadt. Wegen Handels mit Betäubungsmitteln musste sich am Dienstag ein 28-jähriger Algerier vor dem Amtsgericht in Treysa verantworten.

Dem Angeklagten wurde zur Last gelegt, in 101 Fällen mit Haschisch, Marihuana und Kokain gedealt und Drogen auch an Minderjährige verkauft zu haben.

In 83 Fällen sah das Gericht die Vorwürfe gegen den seit 2009 in Deutschland lebenden Algerier als erwiesen an. Der Haftbefehl gegen den in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Gießen in Untersuchungshaft sitzenden 28-Jährigen wurde aufrecht erhalten. Das Gericht verurteilte ihn zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten. Zudem trägt er die Kosten des Verfahrens.

Die Verhandlung stand im Zusammenhang mit den Polizeiermittlungen im Asylbewerberheim am Harthberg in Treysa. Diese mündeten Anfang September vergangenen Jahres in eine Razzia, im Zuge derer mehrere Verdächtige, darunter auch der Angeklagte, festgenommen wurden.

Der in Algier geborene Angeklagte hatte die ersten drei Monate in Deutschland in Gießen verbracht. Im Januar 2010 war er in das Asylbewerberheim in Treysa verlegt worden.

Vor Gericht zeigte sich der 28-jährige Angeklagte zum Teil geständig. Er kenne die Namen der Käufer nicht, würde sie jedoch bei der Gegenüberstellung wiedererkennen, ließ er durch den Arabisch-Dolmetscher verlauten.

Den Verkauf von Marihuana an eine von der Polizei in das Asylbewerberheim eingeschleuste Vertrauensperson gab der 28-Jährige zu. Insgesamt viermal hatte er der Vertrauensperson Mengen zwischen zwei Gramm zu 20 Euro und 14 Gramm zu 145 Euro angeboten.

Auch die Aussage einer 39-Jährigen Zeugin aus dem Altkreis Ziegenhain, sie habe bei ihm drei Mal zwei Gramm Haschisch zu 10 Euro gekauft, bestätigte der Angeklagte. „Bei ihm hab ich nicht so oft gekauft. Ich bin ja dann gewechselt“, sagte die Frau. Der Kauf sei im Asylbewerberheim in Zimmern oder auf dem Flur erfolgt, gab sie weiter an.

Die Aussage einer 32-jährigen Zeugin aus dem Altkreis Ziegenhain, sie habe bei ihm ebenfalls Haschisch gekauft, bestätigte der Angeklagte. Allerdings bestritt er, dass dies in 40 Fällen geschehen sei.

Der Vorwurf, der 28-Jährige habe Drogen an Minderjährige verkauft, bestätigte sich vor Gericht nicht. Zwei 17- und 14-jährige Zeugen gaben zwar zu, Haschisch und Marihuana im Asylbewerberheim gekauft zu haben, sagten jedoch aus, den Angeklagten nicht zu kennen.

„Ich hab mit Haschisch überhaupt nichts zutun“ und „Ich hab nie was dafür bezahlt. Ich nehme kein Kokain“, sagten zwei weitere Zeugen, Häftlinge der JVA Gießen und der JVA Wiesbaden, aus. Damit widersprachen sie ihren früheren Aussagen bei der Vernehmung durch die Polizei, Haschisch, Marihuana und Kokain vom Angeklagten erworben zu haben.

Zuvor war der 28-Jährige auch durch einen 34-jährigen Zeugen aus dem Altkreis Ziegenhain als Dealer identifiziert worden. „Ich kenne ihn. Ich kann mir gut Gesichter merken“, sagte der Zeuge, der einräumte, drei Mal Haschisch beim Angeklagten gekauft zu haben. (zhk)

Quelle: HNA

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