Betreiber der Gasthäuser „Zum Schiffchen“ und „Altes Rathaus“ äußern sich zum Artikel über Bettenmangel

Nach erfolgloser Hotelsuche eines Wolfhagers melden sich Hoteliers zu Wort 

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Wieder geöffnet: Das Hotel „Zum Schiffchen“ hatte Mitte August Betriebsferien. 

Wolfhagen. Mitte August hatte ein Wolfhager für seine 80-jährige Verwandte  erfolglos ein Hotelbett in Wolfhagen gesucht. Alle Hotels und Pensionen in der Stadt waren entweder ausgebucht oder hatten Betriebsferien.

Jetzt melden sich aufgrund dieses Vorfalls die Hoteliers und Gastronomen zu Wort.

Seit acht Jahren betreibe sie das Hotel „Altes Rathaus“, und es sei in all dieser Zeit noch keinen Tag geschlossen gewesen, erklärt Pächterin Christina Kohn. Betriebsferien würden lediglich den Restaurantbetrieb betreffen.

„Es ist völlig normal, dass Hotels und Restaurants in der Größenordnung wie in Wolfhagen Betriebsferien machten. Wenn der Gastronom Kinder hat, fallen die auch in die Schulferien“, so Kohn. Mangelnde Absprache könne man den Wolfhager Hoteliers nicht vorwerfen: „Wir arbeiten in Wolfhagen zusammen und schicken Gäste auch in andere Hotels.“ In der Sommerzeit seien durch Stadtfeste, Hochzeiten und durchreisende Rad- und Wandergruppen die Zimmer gut gebucht. Da müsse man sich frühzeitig melden.

„Zu versuchen, ein Zimmer nur fünf Tage vor Anreise zu buchen, ist wie ein Versuch Lotto zu spielen.“

Jörg Wassmuth Hotelier und Gastronom

Das rät auch Jörg Waßmuth vom Hotel „Zum Schiffchen“: „Zu versuchen, ein Zimmer nur fünf Tage vor Anreise zu buchen, ist wie ein Versuch, Lotto zu spielen. Und wenn man unbedingt den Anspruch hat, direkt in Wolfhagen zu wohnen, sollte man sich rechtzeitig bemühen. Wir sollten froh sein, dass wir auf Grund der Möglichkeiten durchs Internet die Auslastung grandios gesteigert haben.“ Bei der Terminierung der Betriebsferien würden er und der Betreiber des Hotels „Zum Chattenturm“ sich jedes Jahr absprechen, aber es gebe manchmal Überschneidungen. „Beide Betriebe sind gastronomielastig aufgestellt, Familienfeiern, Jubiläen, Treffen sind teilweise zwei bis drei Jahre im voraus angemeldet, dann kommen die Sommerferien dazu, und für uns noch der Viehmarkt, der drei Wochen mit Vor- und Nacharbeit in Anspruch nimmt.“ So sei die Überschneidung um eine Woche nicht vermeidbar gewesen, erklärt der Gastronom.

Hoteliers gingen heute ein hohes finanzielles Risiko ein. Für ein Zimmer seien Investitionskosten von bis zu 150 000 Euro nötig. Wer eine Sieben-Tage-Woche habe, müsse auch mal frei machen, um nicht krank zu werden, meint Waßmuth. Man habe eine Verantwortung seinen Mitarbeitern gegenüber. Und die Kinder würden mit ihren Eltern in den Ferien gern mal Urlaub machen.

Quelle: HNA

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