Nach Generalrenovierung präsentiert sich Breunas Kirche mit neuem Anblick

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Im Endspurt: Am Sonntag wird die innen renovierte Breunaer Kirche wieder eingeweiht. Letzte Vorbereitungen treffen hier (von links) Pfarrer Thomas Wischnath, Ronja Reinhard und Ingrid Hülsbeck (Sprecherinnen des Förderkreises), Elke Guthardt (Kirchenvorstand) sowie die Kirchenältesten Irmtraud Schmalz, Hermann Döring und Horst Hülsbeck. Fotos: Binienda-Beer

Breuna. Alles neu macht der Mai. Das alte Volkslied dürfte den Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde Breuna in den Sinn kommen, wenn sie am kommenden Sonntag, 4. Mai, in der St. Margarethen-Kirche nach einjähriger Grundrenovierung wieder Gottesdienst feiern kann. Der erneuerte Innenraum präsentiert sich nicht nur mit frischer Farbe. Umgestaltungen im Eingang wie im Altarraum erfüllen die Bedingungen für eine zeitgemäße Nutzung.

40 Jahre lag die letzte Renovierung zurück, als im vorigen Jahr gleich am Montag nach der Konfirmation die Handwerker anrückten. Das Kircheninnere empfand die Mehrheit der Besucher längst als unansehnlich, von der Empore rieselte Lehmstaub herab. „Es war an der Zeit“, sagt Ronja Reinhard, Sprecherin des mit Blick auf die Renovierung ins Leben gerufenen Förderkreises. Der stellte dann, neben weiteren Helfern aus der Gemeinde, eine Vielzahl freiwilliger Arbeitskräfte. 46 Menschen leisteten schließlich 550 Arbeitsstunden. Kirchenältester Hermann Döring war als ehrenamtlicher Bauleiter ein Jahr lang morgens bis abends auf der Baustelle anzutreffen: als Ansprechpartner für die Handwerker, als Verbindungsmann zwischen ihnen und dem Architekten und obendrein als einer, der selbst gerne zupackt.

Freier Blick

Skeptisch sah ein Teil der Gemeinde zunächst den geplanten Veränderungen im Altarraum entgegen: Die Kanzel von 1561 und der romanische Taufstein tauschten ihre Standorte. Nach der Kanzelversetzung ist der Zustand aus der Zeit bis 1855 wieder hergestellt - und der Blick auf den kompletten Chorbogen endlich wieder frei. Der erhielt seine alte Inschrift zurück, die bei der Renovierung 1970 übermalt worden war. Die Ausdehnung der Chorstufe in Richtung Kirchenschiff erlaubt jetzt die Mitwirkung größerer Gruppen im Gottesdienst und bietet auch für Konzerte mehr Aufstellfläche. Am Eingang wird ein gläserner Windfang helfen, den Energieverbrauch zu senken. Zudem bieten sich hier Abstellgelegenheiten für Rollatoren, Kinderwagen, Kondolenzständer. Auf einige Bänke musste dafür allerdings verzichtet werden. Weniger Gestühl vermittelt zudem einen luftigeren Eindruck, so auch die Farbgestaltung des Kircheninneren in einem freundlichen Creme-Weiß.

Eine akustische Verbesserung und damit mehr Hörgenuss garantiert die Verkleinerung der sanierten Empore, über die die Klänge der gereinigten Orgel nun besser ins Kirchenschiff klingen können. Dort wie auch auf der Empore ist der Fußboden komplett erneuert worden, im Schiff ersetzen Sandsteinplatten Fliesen und Holz.

Kostenpunkt: rund 478 000 Euro. Stolze 46 000 Euro brachte der Förderkreis binnen eines Jahres zusammen. Ingrid Hülsbeck: „Hier hat das Dorf echten Zusammenhalt bewiesen.“

Von Dorina Binienda-Beer

Quelle: HNA

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