Mann verschickte pornografische Fotos per WhatsApp

Versuchte Erpressung mit Nacktbildern: Sechs Monate Haft für 30-Jährigen

Treysa. Weil ein 30-jähriger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain in krimineller Absicht WhatsApp-Nachrichten verschickte, muss er ins Gefängnis.

Das Amtsgericht Schwalmstadt verurteilte den Arbeitssuchenden wegen versuchter Erpressung zu einer sechsmonatigen Haftstrafe. 

Laut Anklageschrift hatte der Mann Anfang des Jahres einer ehemaligen Mitbewohnerin per Nachrichtendienst WhatsApp pornografische Bilder aufs Handy geschickt. Wie die Beweisaufnahme ergab, war auf den Fotos der nackte Unterkörper dieser 26-jährigen Frau zu sehen. Der Angeklagte habe von seiner Bekannten 300 Euro gefordert und bei Nichtzahlung mit der Veröffentlichung im Internet gedroht, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Er habe mit der Sache nichts zu tun, beteuerte der Angeklagte: „Ich würde doch meine Bewährung nicht aufs Spiel setzen.“ Nicht er, sondern vielmehr ein ihm bis heute nur unter dem Namen Pascal bekannter Mann habe die Nachricht im Auftrag der 26-Jährigen verschickt: „Ich denke, dass sie ihn mir auf den Hals gehetzt hat“, sagte der 30-Jährige. Er selber sei das Opfer, erklärte der Mann und warf seiner Bekannten vor, ein Komplott gegen ihn geschmiedet zu haben. Er gab an, dass ihm seine Mitbewohnerin Geld schulde. Außerdem hätte er die Nacktbilder von der Frau geschickt bekommen: „Die ist so, die ist auf Sex aus.“

Mit zunehmender Prozessdauer wurde der 30-Jährige nervös. Immer wieder schlug er die Hände vor sein Gesicht, seine Finger zitterten. Er habe also einen wildfremden Mann in die Wohnung gelassen und ihm dann auch noch das Handy gegeben, fasste der Richter die Aussagen verwundert zusammen: „Aber so richtig überzeugt mich das nicht.“ Auf die Frage der Staatsanwaltschaft, ob er denn den ominösen Pascal seitdem wiedergesehen habe, schüttelte der Angeklagte den Kopf.

Der Erpressungsversuch mit den pornografischen Bildern sei eindeutig vom Smartphone des Angeklagten ausgegangen, sagte ein Polizist. Trotz Löschung habe eine kriminaltechnische Untersuchungen den Chatverlauf rekonstruieren können.

Emotional wurde es dann bei der Aussage des Opfers. Immer wieder unterbrach der Angeklagte die Frau. Er würde ihr doch niemals etwas antun, beteuerte der 30-Jährige. Die Geschichte mit dem fremden Mann sei jedoch völlig unglaubwürdig, so die Staatsanwaltschaft im Plädoyer: „Da sind zu viele Fragezeichen, das kann gar nicht so gewesen sein.“

Während die Anklage angesichts der noch laufenden Bewährung eine Haftstrafe für angemessen hielt, forderte die Verteidigerin Freispruch.

Er sei überzeugt, dass der 30-Jährige die Tat begangen habe, sagte der Vorsitzende in der Urteilsbegründung: „Sie haben sich nicht bewährt und dann kann es auch keine Bewährung geben.“ Noch im Gerichtssaal kündigte der Angeklagte Einspruch an.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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