Kommentar zur Lage in Bad Emstal

Kommentar zu Schriftführer-Rücktritten: "Es weht ein eisiger Wind"

Bad Emstal. Die Schriftführer aller politischer Gremien Bad Emstals haben die Brocken hingeworfen. Damit stehen viele Ausschüsse und Beiräte ohne Protokollführer da und können nicht arbeiten. Eine offenbar einmalige Situation, die HNA-Redakteurin Antje Thon kommentiert.

In den politischen Gremien der Gemeinde Bad Emstal weht seit Jahren ein eisiger Wind. Debatten werden erbittert geführt, immer wieder werden persönliche Angriffe gefahren. Als Beobachter hat man den Eindruck, dass die Gemeindethemen den Rednern oft nur Anlass bieten, um mit politischem Gegner, Gemeindevorstand oder Verwaltung abzurechnen.

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Im Landkreis Kassel spottet man bereits über Bad Emstals Kommunalpolitik. Von „Emstaler Verhältnissen“ ist dort die Rede – sie sind Synonym für einen schlechten politischen und menschlichen Stil. Den Schriftführern kann man zu ihrer Entscheidung, die Arbeit hinzuschmeißen, nur gratulieren. Vielleicht rüttelt der radikale Schnitt Mandatsträger und Gemeindevorstand endlich auf.

Denn deren Auftrag ist es, zum Wohle der Gemeinschaft zu handeln, dafür haben ihnen die Bad Emstaler Wähler das Vertrauen geschenkt. Bei den gewaltigen Problemen, vor denen die defizitäre Gemeinde steht, sollten sich die Streithähne zusammenraufen, anstatt sich gegenseitig Steine in den Weg zu legen. ant@hna.de

Quelle: HNA

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